/Formel 1: Ferrari-Doppelpole in Ungarn Vettel auf Pole, Hamilton Vierter

Formel 1: Ferrari-Doppelpole in Ungarn Vettel auf Pole, Hamilton Vierter

— 29.07.2017

Vettel auf Pole, Hamilton Vierter

Sebastian Vettel und Kimi Räikönen starten in Ungarn aus Reihe eins. Mercedes im Qualifying geschlagen – Valtteri Bottas Dritter vor Lewis Hamilton.

Sebastian Vettel hat den möglichen Pole-Rekord seines WM-Rivalen Lewis Hamilton verhindert und dem Mercedes-Piloten beim Qualifying in Ungarn zudem einen kleinen Dämpfer im Titelduell versetzt. Während Vettel nach seiner 48. Karriere-Pole am Sonntag vom ersten Startplatz aus ins Rennen geht, fährt Hamilton nur als Vierter los.

“Ich mag diese Strecke sehr. Wenn Auto im richtigen Fenster ist, ist es großer Spaß”, freute sich Vettel. Neben dem Heppenheimer startet Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen aus Reihe eins. Der Finne hatte 0,168 Sekunden Rückstand auf Vettels neuen Rundenrekord und setzte sich damit gegen Landsmann Valtteri Bottas durch, der im Silberpfeil als Dritter ins Rennen geht. “Die erste Startreihe für uns ist unglaublich”, sagte Vettel, der nun auf Geleitschutz nach hinten hoffen darf.

Lewis Hamilton verpasste die Top-3 am Samstag

Allgemein gilt der Hungaroring als Kurs, auf dem sich nur schwer überholen lässt. “Wir arbeiten hart und Schritt für Schritt zahlt sich das aus. Es ist toll, jetzt auch einmal am Samstag das Resultat zu haben. Aber noch haben wir nichts gewonnen”, trat Vettel auf die Euphoriebremse.

Bottas räumte indes ein, dass Ferrari in Ungarn bisher “klar die Oberhand” habe. “Sie waren schon das ganze Wochenende lang schnell. Wir müssen uns auf solchen Strecken noch steigern”, sagte der Finne. Der winklige Kurs außerhalb von Budapest gilt nicht gerade als Power-Strecke, Mercedes kann seinen starken Motor dort weniger ausspielen. “Wir haben mit dem Auto noch Arbeit vor uns”, gab Bottas zu.

Teamkollege Hamilton fehlten auf die Spitze indes schon über vier Zehntel. Hätte der Brite am Samstag die Pole geholt, wäre es seine 68. in der Formel 1 gewesen, wodurch er mit der ewigen Bestmarke von Rekordweltmeister Michael Schumacher gleichgezogen wäre. In der WM-Wertung liegt Hamilton vor dem Ungarn GP einen Zähler hinter Vettel.

Die fünfte Startreihe auf dem Hungaroring wurde von den Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo komplettiert. Nico Hülkenberg kam im Renault auf einen respektablen siebten Platz im Qualifying, in der Startaufstellung für den Sonntag rückt der Emmericher wegen eines Getriebewechsels aber fünf Plätze nach hinten. Pascal Wehrlein schied im Sauber schon in Q1 aus. Der Worndorfer nimmt den Grand Prix als 18. auf.

So lief das Abschlusstraining:

Pünktlich vor dem Qualifying um 14 Uhr meldet sich Sebastian Vettel an der Spitze zurück. Der Ferrari-Star drehte im Abschlusstraining mit 1:17.017 Minuten die Bestzeit, fast eine halbe Sekunde vor Teamkollege Kimi Räikkönen. Valtteri Bottas wurde im Silberpfeil Dritter vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen.

Daniel Ricciardos kaputter Red Bull wird verladen

Daniel Ricciardo, der am Freitag gleich in beiden Trainingssitzungen Schnellster war, kam im anderen Red Bull hingegen nicht weit. Noch in der erste Hälfte des dritten Trainings rollte er mit seinem RB13 am Streckenrand aus. “Ich stecke im fünften Gang. Ich mache das Auto aus und drücke neutral”, funkte Ricciardo. Von der Red-Bull-Box kam zuvor die Anweisung, nicht den Gang zu wechseln, um das Getriebe nicht zu beschädigen.

Mercedes-Star Lewis Hamilton, der in der WM-Wertung nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Vettel liegt, kam am Samstagvormittag nicht über Rang fünf hinaus. Noch hinter McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne wurde Nico Hülkenberg im Renault Siebter. Der Deutsche geht allerdings mit einer Strafversetzung von fünf Startplätzen in das Qualifying, weil an seinem Auto das Getriebe gewechselt werden musste. Pascal Wehrlein kam im Sauber auf die 19. und vorletzte Position.

So lief der Freitag

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo droht sich auf dem Hungaoring in den engen WM-Kampf zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton einzumischen. Die beiden Rivalen trennt an der Spitze nur ein Punkt. In den beiden Trainingssitzungen am Freitag präsentierte sich aber der Australier im Red Bull als Favoritenschreck, erzielte zweimal die Bestzeit.

Sebastian Vettel wurde am Nachmittag Zweiter

“Heute war definitiv unser bester Freitag bis jetzt. Wir hatten auch schon in Baku einen starken Freitag, aber ich glaube heute ist wirklich repäsentativ”, sagte Ricciardo nach dem Training. Zur Erinnerung: In Baku konnte Ricciardo dieses Jahr seinen ersten Saisonsieg feiern. Allgemein zeigt Red Bulls Performance-Kurve seit einigen Rennen steil aufwärts. “Wir sind deutlich besser als zu Saisonbeginn, ich bin jetzt viel zufriedener mit dem Auto als noch vor einigen Monaten. So müssen wir jetzt weitermachen”, forderte Ricciardo.

An seine Zeit von 1:18,455 Minuten kam am Freitag niemand heran. Erster Verfolger war am Nachmittag Sebastian Vettel im Ferrari mit 0,183 Sekunden Rückstand auf die Bestmarke. Im ersten Training hatte Vettel es nur auf Platz sechs geschafft.

WM-Rivale Lewis Hamilton belegte in der zweiten Trainingssession nur den fünften Rang, hinter Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari, war dabei aber auf der langsameren Reifenmischung unterwegs. Ricciardo-Teamkollege Max Verstappen kam auf Position sechs.

Jolyon Palmer zerlegte sein Auto gleich zweimal

Der Trainingsbetrieb wurde wie schon am Vormittag von mehreren Zwischenfällen gestört. Vor allem Pascal Wehrlein leistete sich im Sauber einen Abflug bei hohem Tempo und schlug hart in die Reifenstapel ein. “Mir geht’s zum Glück gut. Was genau passiert ist, weiss ich aber noch nicht. Das müssen wir nun erst mal untersuchen”, sagte Wehrlein nach seinem Crash und einem Check im Medical Center zu ABMS.

Noch schlimmer als Wehrlein erwischte es Renault-Pilot Jolyon Palmer. Der Brite zerstörte sein Auto am Freitag gleich zweimal. Nach einem Ausritt im ersten Training crashte er auch in der zweiten Session und hatte vorzeitig Feierabend. Renault-Teamkollege Nico Hülkenberg überzeugte indes mit Platz sieben.

So lief das erste Training

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo ist im ersten Formel-1-Training zum Grand Prix von Ungarn zur Bestzeit gefahren. Der Australier verwies am Freitag auf dem Hungaroring den Finnen Kimi Räikkönen im Ferrari mit 0,234 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde Mercedes-Star Lewis Hamilton. WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel musste sich zum Auftakt nach mehreren Drehern mit Platz sechs begnügen und hatte dabei mehr als eine Sekunde Rückstand auf Ricciardo.

Der beschädigte Renault von Palmer wird verladen

Mit Rang vier im zweiten Red Bull nährte der Niederländer Max Verstappen die Hoffnungen seines Rennstalls, an diesem Wochenende den Top-Teams Ferrari und Mercedes den Sieg streitig machen zu können. Auf der winkligen Strecke in Ungarn fallen die Motoren-Nachteile von Red Bull nicht so sehr ins Gewicht.

Trainingsneunter wurde Nico Hülkenberg im Renault. Pascal Wehrlein steuerte seinen Sauber auf den 20. und letzten Platz.

Zweimal wurde die Session am Freitagvormittag unterbrochen. Erst wegen eines Abflugs von Antonio Giovinazzi. Der Ferrari-Junior durfte für Haas ran, versenkte sein Auto jedoch in den Reifenstapeln. Kurz vor Ende der Session zerstörte sich Jolyon Palmer dann beim zu wilden Überfahren der Kerbs seinen Frontflügel und verteilte dabei eine Menge Teile auf der Strecke.

Autor: Frederik Hackbarth


Fotos:
Frederik Hackbarth