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Formel 1: F1-Stars müssen warten Hülkenbergs Odyssee

— 07.07.2017

Hülkenbergs Odyssee

Das Phänomen Formel-1-Piloten auf Zuschauertribünen häuft sich. Nico Hülkenberg erinnert sich an eine Anekdote beim letzten Rennen in Baku.

Ein Formel-1-Star auf der Tribüne, inmitten der Fans. Fernando Alonso machte es in Kanada vor, Nico Hülkenberg beim letzten Rennen in Baku nach: Anders als der Spanier, der nach einer erneuten Honda-Panne in Montreal seine Handschuhe verschenken wollte, kam Hülkenbergs Exkurs jedoch eher notgedrungen zustande. Der Deutsche erinnerte sich im Rahmen des Österreich GP an seinen kuriosen Ausflug, den im Zuge des ganzen Trubels um Lewis Hamilton und Sebastian Vettel kaum einer mitbekommen hatte.

Hülkenberg hatte in Baku kurz nach dem Re-Start in Kurve sieben innen die Wand touchiert – und war danach mit gebrochener Radaufhängung im Notausgang von Turn acht ausgerollt. Das Problem: „Ich bin dort nicht wirklich weggekommen“, schildert der Renault-Pilot. Die Zufahrtsstraßen in Richtung Fahrerlager waren während des Grand Prix nicht zu erreichen, ein Weg zurück zur Box unmöglich. „Also habe ich mich unten auf die Tribüne gesetzt und wollte die letzten 30 Runden des Rennens gucken.“ Doch das war gar nicht so einfach. „Die ganze Zeit kamen Fans, wollten Fotos und Autogramme“, so der Deutsche.

Lost in Baku: Renault-Pilot Nico Hülkenberg…

Dann wurde es aber richtig kurios: „Auf einmal stand ein Ordner vor mir und meinte: ‘Du kannst hier nicht bleiben. Du hast kein Ticket!’“ Der verdutzte Hülkenberg traute seinen Ohren kaum. Das Glück des Deutschen: Ein anderer Tribünenordner erkannte den F1-Star – wohlgemerkt immer noch in voller Renn-Montur – und er durfte bleiben.

Die nächste Überraschung gab es für den Renault-Piloten als das Rennen vorbei war. „Als die Strecke endlich wieder offen war, kam ein Streckenfahrzeug und hat mich abgeholt.“ Doch nicht nur ihn. „Auf einmal stand da Daniil Kvyat“, erinnert sich der Deutsche. Der Toro-Rosso-Pilot aus Russland war bereits in der Frühphase des Rennens ausgefallen – und hatte es wegen der Sperren trotz halbstündiger Unterbrechung nicht geschafft, einen Weg zurück zur Box zu finden. „Die haben mich hier vergessen, ich warte schon seit drei Stunden“, erklärte Kvyat, sehr zu Hülkenbergs Belustigung. Somit war der Deutsche wenigstens nicht der Einzige, der im Labyrinth der Aserbaidschanischen Hauptstadt verloren ging…

Autor: Frederik Hackbarth


Fotos:
Picture-Alliance / F1