/Formel 1: Bremsklotz für Hamilton? “Bottas als Helfer sinnlos”

Formel 1: Bremsklotz für Hamilton? “Bottas als Helfer sinnlos”

— 08.07.2017

„Bottas als Helfer sinnlos“

Bremst Valtteri Bottas Sebastian Vettel wieder ein? Lewis Hamilton setzt bei seiner Aufholjagd lieber auf die eigene Taktik als auf Schützenhilfe.

Lewis Hamilton steht nach seiner Getriebestrafe und dem Start von Platz acht im Österreich GP am Sonntag eine Aufholjagd bevor. Bereits 2014 gelang dem Briten in Spielberg der Sturm von Platz neun auf Rang zwei. Spielt Mercedes daher vielleicht sogar mit dem Gedanken, Pole-Mann Valtteri Bottas – wie diese Saison in Barcelona – als Bremsklotz für Hamiltons WM-Rivale Sebastian Vettel einzusetzen, um dem Briten doch noch eine Siegchance zu ermöglichen?

„Mein Ziel ist ganz klar: Ich will das Rennen gewinnen“, sagt Bottas und versichert bezüglich einer möglichen Bremsklotz-Taktik: „Dieser Plan steht ganz sicher nicht auf unseren Strategie-Vorschlägen. Ich muss mich einfach auf einen guten Start fokussieren und versuchen, vorne wegzufahren.“ Der Versuch, Vettel einzubremsen, sei „gefährlich“, so Bottas. „Solche Spielchen können hier schnell nach hinten losgehen. Wenn das Auto dahinter ins DRS-Fenster oder den Windschatten kommt, braucht es nur einen Fehler und man verliert vielleicht den Sieg. Deswegen plane ich sowas auch nicht.“

Hilft Bottas Teamkollege Hamilton gegen Vettel?

Teamkollege Hamilton springt Bottas zur Seite: „Es macht für Valtteri überhaupt keinen Sinn, langsamer zu fahren.“ Zumal Hamilton zu bedenken gibt: „Er war heute auch ohne meine Strafe schneller als ich, wie schon das ganze Wochenende – er macht hier einfach einen super Job.“

Mit Schützenhilfe will Hamilton also nicht nach vorne kommen – aber mit der Taktik. Der Brite startet auf den roten supersoften Reifen, die Konkurrenten an der Spitze auf Ultrasoft. „Meine Reifen im ersten Stint sind langsamer, aber dafür halten sie wahrscheinlich länger. Und dann kann viel passieren: Es kann regnen oder es gibt ein Safety-Car“, so Hamilton.

Einen Spaziergang zurück in Richtung Spitze wie 2014 kann sich Hamilton für den Sonntag aber trotzdem nur schwer vorstellen. „Damals herrschte sicher noch ein größerer Unterschied was das Speed-Delta zwischen uns und anderen Teams betrifft. Es ist also nicht besonders wahrscheinlich. Auch wenn ich natürlich happy wäre, wenn ich wieder so schnell nach vorne komme.“

Zu viel Risiko darf der Brite dabei aber nicht gehen – Ansage von Teamchef Toto Wolff: „Auf keinen Fall crashen!“ Der Österreicher denkt an die WM und weiß: „Wenn man morgen Schadenbegrenzung betreiben will, dann sollte man die zehn oder acht Punkte auch mitnehmen, die man holen kann.“

Autor: Frederik Hackbarth