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Formel 1: Bottas mit Tagesbestzeit Mercedes dominiert Monza-Freitag

— 01.09.2017

Mercedes dominiert Monza-Freitag

Valtteri Bottas und Lewis Hamilton lassen beim Training in Monza keine Zweifel an Mercedes’ Vormachtsstellung auf dem Power-Kurs aufkommen.

Im Königlichen Park von Monza hat sich Sebastian Vettel zum Auftakt seines Ferrari-Heimspiels nur knapp dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas geschlagen geben müssen. Der viermalige Formel-1-Weltmeister war am Ende des Freitagstrainings nur 0,140 Sekunden langsamer als Spitzenmann Bottas. Der Finne verwies seinen Teamkollegen Hamilton auf den zweiten Platz.

Lewis Hamilton und Mercedes sehen in Monza gut aus

In der ersten 90-minütigen Einheit hatte noch Hamilton vor Bottas die schnellste Runde gedreht. Vettel, der elf Jahre nach Legende Michael Schumacher am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) Ferrari wieder einen deutschen Sieg schenken möchte, war zunächst ebenfalls Dritter geworden. Nico Hülkenberg musste seinen Renault nach kleinen Hydraulikproblemen vorzeitig in der Garage abstellen und wurde Zwölfter. Sauber-Mann Pascal Wehrlein musste sich mit Rang 20 begnügen und war damit Letzter.

Autodromo Nazionale di Monza – da geraten die Formel-1-Fahrer ins Schwärmen. „Auf dieser Strecke ist eine unglaubliche Leidenschaft für den Motorsport. Solche Kurse werden ja heute gar nicht mehr gebaut“, sagte Hamilton. „Ich weiß auch nicht warum, aber die Konstrukteure haben dieser Strecke soviel Charakter und so unglaubliche Kurven verliehen. Das ist einfach ein einzigartiger Kurs.“

Dem gibt es nicht viel mehr hinzuzufügen. Vettel & Co. können auf diesem 5,793 Kilometer langen Kurs so richtig Gas geben. Alleine der Vollgasanteil auf dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke liegt bei 79 Prozent, Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 360 km/h werden von den Fahrern erreicht. „Dieser Ort und seine Historie sind schon sehr besonders“, räumte auch Hülkenberg ein, der seinen Wagen am Freitag vorzeitig in der Garage parken musste. „Kurse, wo Rennsportgeschichte geschrieben wurde, beeindrucken mich.“

Sebastian Vettel machte am Nachmittag Boden gut

Ferrari ist ein bedeutender Bestandteil dieser Historie. Tradition wird hier groß geschrieben. Anlässlich des 70. Geburtstags der Scuderia in diesem Jahr wurde diese Wegmarke auch in weißer Schrift auf die Ferraris von Vettel und seines Teamkollegen Kimi Räikkönen lackiert. Hinweise auf das Erbe dieser Marke.

Vettel will in seinem dritten Jahr für Ferrari endlich mit einem WM-Titel in die Annalen des Autobauers eingehen. Die Jubelstürme der Tifosi kann man in diesem Fall nur erahnen. Alleine dass er am Freitag während der beiden Übungseinheiten eifrig in Richtung Haupttribüne winkte, verzückte die Fans schon gewaltig. „Das gesamte Team genießt diesen Grand Prix und es ist ganz besonders, Teil davon zu sein“, sinnierte Vettel.

Der Auftakt mit Rang drei und geringem Abstand auf die Silberpfeile machte Lust auf mehr. Vor dem 13. Saisonlauf führt Vettel in der WM-Wertung mit sieben Punkten vor Hamilton. Der Heppenheimer konnte bislang dreimal in Italien gewinnen, auf seinen Ferrari-Premierensieg im Königlichen Park wartet er aber noch. Hamilton war ebenfalls schon dreimal in Monza erfolgreich, zuletzt 2015. Mit einem Sieg am Sonntag könnte er erstmals in diesem Jahr die WM-Führung übernehmen.

So lief das erste Training:

Dominante Vorstellung von Mercedes im ersten Training zum Italien GP in Monza. Spa-Sieger Lewis Hamilton drehte nur fünf Tage nach seinem Erfolg in Belgien mit einer Zeit von 1:21.537 Sekunden die schnellste Runde, 0,435 Sekunden vor Teamkollege Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil.

Ferrari musste sich beim Auftakt zum Heimspiel mit den Plätzen drei und vier begnügen. Sebastian Vettel war dabei 37 Tausendstel schneller als Stallgefährte Kimi Räikkönen – allerdings 1,115 Sekunden langsamer als WM-Rivale Hamilton. Der Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park kommt der Power von Mercedes’ Motor stark entgegen – Ferraris verbesserte Form auf schnellen Strecken war zumindest am Freitag noch nicht genug.

Fünfter im ersten Training, das für Monza-Verhältnisse bei relativ kühlen Temperaturen über die Bühne ging und immer wieder auch von leichten Regenschauern getroffen wurde, war Daniel Ricciardo vor Teamkollege Max Verstappen. Beide Red-Bull-Piloten werden in Monza allerdings vom Ende des Feldes starten, weil diverse Motorenteile an ihren Autos ausgetauscht werden.

Nicht gut lief die erste Session für die beiden übrigen Deutschen im Feld: Nico Hülkenberg schaffte es im Renault nur auf den 17. Platz, Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wurde 19. und Vorletzter.


Autor: Frederik Hackbarth