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Formel 1: Bottas im Siegerinterview “Habe meine Starts verbessert”

— 09.07.2017

„Habe meine Starts verbessert“

Valtteri Bottas gewinnt den Österreich GP. Der Sieger im Interview über seine Entwicklung bei Mercedes und was er von Lewis Hamilton lernen kann.

Herr Bottas, war der zweite Sieg in der Formel 1 leichter als der erste?

Valtteri Bottas: Leichter nicht unbedingt, aber anders. Vor allem, weil man die Erfahrung schon hat. Und gerade am Ende mit Sebastian (Vettel; d. Red.) war es schon ein Déjà-vu. Wieder kam das rote Auto im Rückspiegel näher und näher, wie auch in Russland. Ich wusste dann schon, was ich machen muss.

Und die Freude – ist die kleiner als beim ersten Mal?

Es fühlt sich immer noch sehr gut an. Es ist ja auch erst mein zweiter Sieg, also gewöhnt hat man sich daran noch nicht. Ich bin jedenfalls sehr happy und zufrieden mit meinem Wochenende.

Nach ihrem Raketenstart konnten sie sich gut von Vettel absetzen. Hat dieses Polster Sie am Ende gerettet?

Bottas eilt dem Feld auf den ersten Metern davon

Unser Plan war, die ersten Runden zu pushen, alles zu kontrollieren und dann zu sehen, ob wir eine Lücke bilden können. Auf den ultraweichen Reifen lief es super, das Auto war unglaublich stark im ersten Stint. Entsprechend haben wir unsere Strategie angepasst, um die Zeit auf den unbekannteren superweichen Reifen möglichst zu minimieren.

Auf denen lief es dann nicht mehr so gut…

Das Problem war: Ich hatte hatte auf dem zweiten Reifensatz bereits nach fünf Runden starke Blasenbildung auf dem linken Hinterreifen. Das hat es am Ende ganz schön schwer gemacht, Sebastian hinter mir zu hallten.

Er sagt: Eine Runde mehr und er hätte Sie gekriegt.

Das weiß man nie genau. Aber sagen wir es so: Ich war schon froh, dass das Rennen dann vorbei war.

Auf dem Podium haben Sie bezüglich des WM-Titels gesagt: Sie und das Team glauben daran.

Jubel auf dem Podium: Bottas feiert seinen Sieg

Ich glaube seit dem Tag daran, an dem ich bei Mercedes unterschrieben habe. Was soll auch sonst das Ziel sein? Der Titel ist immer das Ziel, aber es ist noch früh in der Saison. Mehr als fünfzig Prozent der Punkte sind noch zu holen. Ich entwickle mich mit dem Team aber immer weiter und habe das Gefühl, dass ich immer besser werde. Auch, wenn wir ein paar unglückliche Rennen hatten. Es ist noch ein langes Jahr und wir sind im WM-Kampf. Und das ist gut zu wissen.

Wenn Sie sagen, Sie werden immer besser – wo haben Sie sich denn ihrer Meinung nach am meisten verbessert?

(grinst) Von heute ausgehend muss man wohl sagen: Bei den Rennstarts. Spaß beiseite. Es geht um Details und würde Stunden dauern, um über alles zu reden. Aber so ist es in der Formel 1. Wenn es um Sieg oder Niederlage geht, entscheiden Kleinigkeiten. Egal ob das jetzt das Set-Up betrifft, oder das Fahren, die Linienwahl. Ich habe Lewis (Hamilton; d. Red.) als Teamkollegen. Und ich wäre blöd, wenn ich nicht versuchen würde etwas von ihm zu lernen. Er ist einer der besten Qualifyer aller Zeiten in der Formel 1 und dreimaliger Weltmeister. Aber ganz allgemein ist Mercedes ein Team voller Sieger. Die wissen, wie es geht. Und davon kann ich viel lernen.

Autor: Frederik Hackbarth