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Formel 1: Berger verteidigt Vettel Mercedes stichelt gegen Vettel

— 23.09.2017

Mercedes stichelt gegen Vettel

Der Singapur-Startcrash zieht nach wie vor Diskussionen nach sich. Niki Lauda poltert gegen Sebastian Vettel, Gerhard Berger nimmt ihn dagegen in Schutz.

Im WM-Duell um die Krone der Königsklasse beginnt die heiße Phase – und damit auch der Psychokrieg. Während Sebastian Vettel seit dem Startcrash in Singapur schweigt und abseits allen Rummels im Kreise der Familie Kraft tankt, legen die Mercedes-Verantwortlichen den Finger in die Ferrari-Wunde.

Mercedes stichelt gegen Rot!

Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda poltert in einem Interview mit der „Welt“: „Offiziell wurde der Crash von der Rennleitung als ganz normaler Rennunfall eingestuft. Das hat mich – ehrlich gesagt – ein wenig überrascht. Für mich ist und war eindeutig, dass Sebastian nach dem Start nach links gezogen ist, um den in der Mitte fahrenden Max Verstappen abzuwehren und sich gleichzeitig aber wohl nicht bewusst war, dass es ein riskantes Manöver vor dem gesamten Feld war.”

Das Duell Ferrari gegen Mercedes geht weiter

Vettel sei daher der Auslöser des Unfalls gewesen. Lauda: „Natürlich kann man sowas auch als Rennunfall bezeichnen, aber schuldig war in dem Fall Sebastian. Wenn ich in der WM-Wertung führe, gehe ich in der ersten Kurve nicht ein solches Risiko ein.“

Ein anderer Österreicher, DTM-Boss Gerhard Berger, springt Vettel indes zur Seite. In der aktuellen AUTO BILD MOTORSPORT sagt Berger: „Als Rennfahrer reagiert man auf die Situation und da hat Sebastian einfach nur seine Linie verteidigt.“ Der Ex-Formel-1-Star glaubt auch weiterhin an einen Vettel-Titel – trotz 28 Punkten Rückstand. Hintergrund: Schon 2010 hatte Berger nach Vettels Motorschaden in Korea und 25 Punkten Rückstand zwei Rennen vor Schluss noch Vettels erste WM vorhergesagt.

Jetzt betont er: “Diesmal ist die Situation sogar wesentlich einfacher. Damals sagte nur mein Bauch, dass Seb es noch schaffen kann. Diesmal sagt es auch mein Hirn. Denn seine Poleposition in Singapur zeigt, wie groß der Speed von Ferrari sein kann.“ Berger weiter: „Es sind noch sechs Rennen zu fahren. Vettel und Hamilton duellieren sich auf Augenhöhe, können beide theoretisch noch 150 Punkte holen. Da ist alles möglich. Schade ist nur, dass Sebastian auf einer Ferrari-Strecke wie Singapur die Punkte verschenkt hat.“

Findet einer ganz und gar nicht: Lewis Hamilton. Der Brite sahnte nach einem schlechten Qualifying von Startplatz fünf die volle Punktzahl ab. Und obwohl er Vettel nach dem GP in Singapur sogar noch verteidigte (HIER LINK), piesackte er Vettel zuletzt in der „Jonathan Ross Show“: “Es ist großartig, dass wir dieses Jahr einige seiner Schwächen vor Augen geführt bekommen haben. Für die jüngste bin ich dankbar.“

Der Zweikampf Vettel vs. Hamilton – er findet nicht nur auf der Rennstrecke in Malaysia am nächsten Wochenende seine Fortsetzung…

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach