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Formel 1: Ärger um FIA-Technikchef Teamchefs in Sorge um Geheimnisse

— 29.09.2017

Teamchefs in Sorge um Geheimnisse

Die Kündigung von Ex-FIA-Technikchef Marcin Budkowski wird zur brisanten Personalie im Fahrerlager. Die Teams befürchten Wettbewerbsverzerrung.

Noch ist nichts passiert – aber der Ärger ist jetzt schon programmiert! Hinter den Kulissen der Formel 1 entbrennt gerade ein Streit um Ex-FIA-Technikchef Marcin Budkowski. Der Pole hatte vor wenigen Tagen beim Automobilweltverband gekündigt. Unklar sind indes die Gründe für seinen spontanen Abschied, der bei den Teams für mächtig Unruhe sorgt. Denn die Verantwortlichen fürchten, dass Budkowski schon bald in die Formel 1 zurückkehren könnte – dann aber in leitender Position bei einem Rennstall.

Die Personalie Budkowski (hier links) birgt viel Brisanz

AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: Budkowski ist offenbar auf dem Weg zu Renault. Ex-Formel-1-Pilot und Fahrerlager-Experte Johnny Herbert erklärt die Brisanz der Personalie: „Das Problem ist, er kennt nicht nur die Autos bestens und weiß wie die einzelnen Teile so aussehen, er kennt als Oberaufpasser der FIA auch alle Geheimnisse der Teams. Er hat einen Koffer voll physischer Daten, Fotos, Messtabellen und so weiter“, glaubt Herbert, der anfügt: „Es würde Jahre dauern, so ein Know-how auf normalem Weg, also von außen, anzuhäufen.“

Die Teamchefs sind entsprechend alarmiert. „Marcin konnte überall hin, selbst in den Windkanal. Er hat intimste Details aller Teams“, sorgt sich Red Bulls Christian Horner. „Jemand mit seinem Wissen sollte für zwölf bis 18 Monate für kein Konkurrenzteam arbeiten dürfen. Drei Monate sind definitiv kein angemessener Zeitraum.“ Die Schwierigkeit: Weil Budkowski seinen Job erst seit Jahresbeginn inne hatte und sein Arbeitsvertrag zudem Schweizer Recht unterliegt, hat er nur eine dreimonatige Wettbewerbssperre!

Der FIA stehen nun hitzige Diskussionen bevor

„Das ist viel zu kurz“, findet auch Force-India-Teamchef Otmar Szafnauer. „Wenn wir gewusst hätten, dass er nur drei Monate gesperrt ist, hätten wir ihn angeheuert“, scherzt der Rumäne. Seinen Kollegen bliebt dabei das Lachen im Halse stecken. Denn Budkowski könnte für die FIA zum heiklen Präzedenzfall werden. Horner fordert: „Wir müssen diese Vorgänge diskutieren. So eine Situation wie jetzt will niemand.“ Außer der potenzielle Nutznießer Renault vielleicht?

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff