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Formel 1: Alonso spottet über Honda “Wenn ich Toro Rosso wäre…”

— 12.11.2017

“Wenn ich Toro Rosso wäre…”

Alle F1-News im Überblick. NEU: Fernando Alonso lacht über Toro Rosso, die ab 2018 mit Honda zusammenarbeiten. Renaults Probleme lassen ihn kalt.

+++ Alonso spottet über Honda: Platz acht für Fernando Alonso in Brasilien – für den Spanier ein Grund zur Freude. “Gestern Startplatz sechs und heute waren wir am Anfang des Rennens sogar kurz Fünfter. Später sind dann natürlich die schnellen Autos von hinten gekommen (Hamilton und Ricciardo; d. Red.) – trotzdem war es unser bestes Wochenende diese Saison”, findet Alonso. Allein: “Das Power-Defizit ist außergewöhnlich, wirklich alarmierend”, erklärt der Spanier in Bezug auf seinen Honda-Motor.

Immer wieder zu Scherzen aufgelegt: Fernando Alonso

Obwohl er sich fast das ganze Rennen mit DRS und dem Windschatten von Felipe Massa den langen Berg in Interlagos raufziehen lässt, ist der McLaren in Sachen Topspeed chancenlos. “Sehr beunruhigend. Wenn ich Toro Rosso wäre, würde ich mir ernsthaft Sorgen machen”, spottet Alonso über das Team, das ab 2018 mit Motorenpartner Honda zusammenarbeitet.

Den Einwurf einer Reporterin, dass Toro Rosso aktuell wegen der Probleme an Renaults Triebwerken (ABMS berichtete) – mit denen ab nächster Saison auch Alonsos McLaren-Team fährt – ganz andere Schwierigkeiten hat, kontert der Spanier kühl: “Renault ist der beste Motorenhersteller in der Formel 1 in den letzten 15 Jahren, sie haben die meisten Titel gewonnen. Da mache ich mir also gar keinen Kopf.”

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+++ Newey mit Sohn in Le Mans? Adrian Newey, der beste Formel-1-Techniker aller Zeiten, klemmt sich wieder selbst hinters Steuer.

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+++ Morddrohungen wegen Verstappen: Auch vier Tage nach der Strafe gegen ihn in Austin bleibt Max Verstappen dabei: “Ich denke weiterhin, es war nicht korrekt”, sagt der Holländer zum Urteil, das ihn Platz drei beim USA GP kostete. Weil Verstappen im Zweikampf mit Kimi Räikkönen in der letzten Runde eine Kurve schnitt, brummten ihm die Regelhüter fünf Strafsekunden auf. “Viele Fahrer kürzen die Kurven ab oder fahren wie in Kurve 19 weit”, rechtfertigt er sich. “Keiner wurde bestraft. Ich habe mir keinen Vorteil verschafft. Ich wollte Kontakt mit Kimi vermeiden. Und ihn natürlich überholen.”

Für Red-Bull-Berater Helmut Marko ist die Strafe ein Witz: “Eine ganz normale Rennsituation. Wir wollen ja spannende Rennen – wenn nicht, können wir gleich Playstation spielen!” Kurios: Verstappen hat sich den Rat seines Bosses offenbar zu Herzen genommen. Auf Formel 1 hatte er nach dem Ärger von Austin aber erst mal keinen Bock mehr. “Ich war in Houston, weil ich dort einen Termin hatte. Danach bin ich noch ein paar Tage geblieben und hab FIFA gespielt”, verrät der 20-Jährige seine Frustbewältigung.

Mittlerweile hat sich auch die FIA erklärt. Rennleiter Charlie Whiting verrät, dass die Entscheidung einstimmig gegen Verstappen gefällt wurde. “Es war ein klarer Fall. Max hat sich einen nachhaltigen Vorteil verschafft. Er hat Kimi nur überholt, weil er die Strecke abgekürzt hat und mit allen vier Rädern neben der Strecke war.” Für Verstappens verbale Entgleisung danach erwartet die FIA eine Entschuldigung. Whiting: “Noch hat er sich nicht entschuldigt, aber es wäre besser, wenn er es täte.”

Der Red-Bull-Pilot räumt mit Blick auf seine Kritik an den Stewards (“Idiot”) zumindest ein: “Ich hätte sicher andere Worte benutzen können. Aber es war auch nicht direkt an jemanden gerichtet, sonst hätte ich ja Namen genannt.” Das wollte Verstappen auch am Donnerstag in Mexiko nicht.

Mika Salo wurde nach der Strafe von “Fans” bedroht

Allein: Einige seiner Fans haben ihr Ziel längst auserkoren. Denn Ex-F1-Pilot Mika Salo, der in Austin als Fahrer-Steward fungierte und damit zu den Entscheidungsträgern der Strafe gehörte, hat nach dem Rennen Morddrohungen von Verstappen-Anhängern erhalten! Salo fordert: “Drohungen gegen mich oder andere Rennkommissare sollten nicht toleriert werden.”

Am Wochenende muss sich nun ein Deutscher auf polternde Verstappen-Fans gefasst machen, falls die Rennkommissare dem Holländer erneut eine Strafe erteilen. Neben Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen und dem ehemaligen IndyCar-Fahrer Felipe Giaffone gehört Gerd Ennser zum Rennsteward-Team für den Mexiko GP. Ennser ist Präsidiumsmitglied im Deutschen Motorsport Bund. Seit 2010 ist der gelernte Jurist und Rallyefahrer immer wieder für die FIA als F1-Steward im Einsatz.

+++ Knackt Alonso-Negativ-Rekord?: Fernando Alonso muss diese Saison viele Ausfälle verkraften. Elf Rennen konnte der Spanier nicht beenden. Diesen Rekord kann er 2017 knacken

+++ Mehr Rennen für die Formel 1?: Die Formel 1 ist die Rennserie mit den meisten Reisekilometern. Keine Serie legt während der Saison so viele Kilometer auf dem Weg von einem Ort zum anderen zurück. Für Formel-1-Sportchef Ross Brawn können es trotzdem nicht genug Rennen sein. Er zieht nun sogar in Erwägung, den Formel-1-Rennkalender zu erweitern. “Je mehr Rennen stattfinden, desto größer werden die logistischen Probleme der Teams”, weiß Brawn. Gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes erklärt er aber: “Wir schauen uns das Format des Rennwochenendes genauer an. Wir wollen herausfinden, ob wir es so ändern können, dass es logistisch einfacher wird, mehr Rennen zu bestreiten. Wir sind da sehr offen.”

Eine Maßnahme wäre die Abschaffung der Freitagtrainings. “Wir können uns fragen, ob wir die Trainingsfreitage wirklich brauchen. Wenn diese wegfallen würden, könnten wir sicher mehr Rennen veranstalten”, hofft der 62-Jährige. Allerdings glaubt Brawn, dass es bei der Abschaffung Unstimmigkeiten mit den Inhabern der TV-Rechte und den Streckenbetreibern geben könnte. 

+++ Statistiken zum USA GP: Sebastian Vettels Highlight war der Start, als er Lewis Hamilton überholte. Unterm Strich gewann der Deutsche 2017 in den ersten Runden sechs Positionen, doppelt so viel wie Lewis Hamilton. Die meisten Plätze machte aber Kevin Magnussen (38) gut, vor Lance Stroll (32) und Sergio Pérez (25). Auf der anderen Seite der Tabelle: Kimi Räikkönen, der 15 Ränge einbüßte. Diese und viele weitere Statistiken lesen Sie HIER

+++ Verstappen beleidigt Rennkommissar: Bekommt der Holländer jetzt eine Strafe? Hier nachlesen

+++ Formel 1 auf Netflix? Noch immer steht nicht fest, wo die deutschen Fans die Formel-1-Rennen 2018 verfolgen können. RTL und ARD/ZDF buhlen um die Fernsehrechte, aber noch ist unklar, ob alle 21 Rennen überhaupt im Free-TV laufen. Der Bezahlsender Sky behält nach ABMS-Informationen auf jeden Fall die Rechte, könnte einige Rennen sogar exklusiv übertragen. Mittelfristig könnte es ohnehin zu einer Revolution kommen. Der neue Formel-1-Boss Chase Carey will den Sprung ins digitale Zeitalter nicht verpassen und bei Streaming-Anbietern wie Netflix Pakete für Formel-1-Fans mit zusätzlichen Infos gegen Bezahlung schnüren. „Das ist eine unheimlich wichtige Möglichkeit“, sagt er. „Wir haben die Fähigkeit, einzigartige Pakete zusammenzustellen.“ Das Projekt befindet sich aber vorerst nur in der Planungsphase. Trotzdem sagt der neue Formel-1-Medienbeauftragte Sean Bratches: “Wir versuchen mit Netflix schon für nächstes Jahr einen Deal anzuschließen.”

+++ Wehrlein kämpft um Cockpit: Wie geht es mit Pascal Wehrlein 2018 weiter?

Historie macht Vettel Mut: Mathematisch ist die Situation von Sebastian Vettel nicht besonders hoffnungsvoll. Aber: Die Geschichte lehrt anderes.

+++ Alonso bleibt bei McLaren: Fernando Alonso hat einen neuen Kontrakt bei McLaren für 2018 und darüber hinaus unterzeichnet.

+++ Hat sich Kubica ins Aus gedreht? Robert Kubica durfte kürzlich für Williams testen – leistete sich dabei aber einen Patzer.

+++ Kommt eine Formel 1 für Frauen? Eine Frauen-Formel 1 – das fordert eine ehemalige F1-Testfahrerin. Ist das wirklich eine schlechte Idee?