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Formel 1: Alonso redet Klartext Michael Buffer war ein schlechter Scherz

— 23.11.2017

Michael Buffer war ein schlechter Scherz

Fernando Alonso sagt, was er denkt: Über die Fahrer-Präsentation in Austin, seine Gegner, die Zukunftsaussichten und seine Le-Mans-Pläne für 2018.

Er ist der personifizierte Glaube an sich selbst. Er hält sich tief im Innern für den Besten und schert sich bei dieser Selbsteinschätzung nicht darum, dass andere mehr Rennen und Titel gewonnen haben. “Ich bin vielleicht nicht der Schnellste im Regen, der Schnellste im Qualifying, der Schnellste im Rennen. Aber ich bin in allem sehr gut und genau das ist meine Stärke”, beschreibt sich Fernando Alonso selbst. Mit den Jahren spricht der Doppelweltmeister auch immer öfter aus, was er denkt. Egal ob seine Meinung ihm schadet oder nicht.

Die Show vor dem Start in Austin fand Alonso schlecht

Das letzte Mal machte der Spanier am Donnerstag bei der FIA-Pressekonferenz in Abu Dhabi aus seinem Herzen keine Mördergrube. Was Kollegen schon bei der Hollywood-mäßig inszenierten Fahrervorstellung in Austin durch Beobachtung feststellten – Alonso stand dort muffig in der Gegend rum – sprach er jetzt offen aus: “Es war ein schlechter Scherz. Eine schlechte Imitation von Indy. Es macht keinen Sinn nur zwei Fahrer in der Mitte zu haben und die anderen 18 quasi als Bodyguard daneben.” Ansonsten sei er aber sehr zufrieden mit den Aktivitäten vom den neuen F1-Besitzern Liberty Media. “In Zukunft sind die Fans wieder näher dran am Sport. Das ist, was zählt.”

Für 2018 ist Alonso sehr optimistisch – wegen des Wechsels von McLaren zu Renault. Schon vergangene Woche verkündete er: “Im kommenden Jahr werden wir an die Spitze zurückkehren.” Interessant, wen er dabei als Hauptkonkurrenten ansieht: Lewis Hamilton und die beiden Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Erst danach hat er Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Hamiltons Teamkollege bei Mercedes, Valtteri Bottas auf der Liste.

Besonders Hamilton, mit dem er 2007 zusammen bei McLaren-Mercedes fuhr, rollt er den roten Teppich aus: “Er ist einer der Größten. Er hat nicht umsonst vier Titel gewonnen.” Das Lob für den Briten enthält auch eine Spitze gegen Sebastian Vettel. “Lewis hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass Mercedes ein sehr dominantes Auto hat. Aber er gehört zu den Größten, denn bei McLaren hat er auch in schwierigen Zeiten exzellent performt. Er hat in einem Auto Rennen gewonnen, das eigentlich nicht in der Lage war, zu gewinnen.”

Zuletzt testete Alonso im LMP1-Toyota in Bahrain

Was er meint: Vettels Titel seien nur durch den überlegenen Red Bull möglich gewesen. Eine kurzfristige Amnesie des Spaniers könnte freilich an dem etwas fortgeschrittenen Alter liegen. Oder hat Alonso aus Absicht vergessen, dass Vettel 2008 in Monza mit einem Toro Rosso seinen ersten GP gewann?

Wie auch immer: Alonso freut sich erstmals auf die 24 Stunden von Daytona, bei denen er im Januar das erste Mal teilnehmen wird. Entsprechende Tests absolvierte er vergangene Woche auf einer Teststrecke in Spanien. Ein Test mit einem LMP1-Toyota verlief ebenfalls erfolgreich. Aber das hieße nicht, dass er auch schon dieses Jahr einen Abstecher zu den legendären 24 Stunden machen würde. Alonso: “Irgendwann bestimmt, aber ich weiß noch nicht wann.” Eins stellt Alonso aber klar: “Ein Engagement in anderen Rennserien hat nichts mit meinem momentanen WM-Stand in der Formel 1 zu tun.”