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FBI warnt vor vernetztem Spielzeug

FBI warnt vor vernetztem Spielzeug


Daniel AJ Sokolov

Die Puppe “My Friend Cayla” wurde 2016 von der Bundesnetzagentur als verstecktes Spionagegerät eingestuft und für illegal befunden.

(Bild: myfriendcayla.de)

Das FBI warnt vor Spielzeug, das “smart”, interaktiv oder sonst mit dem Internet verbunden ist. Solche Geräte könnten Sicherheit und Privatsphäre von Kindern gefährden.

Das FBI hat eine öffentliche Warnung vor vernetzten Spielsachen ausgesprochen. Smartes Spielzeug und Unterhaltungsgeräte für Kinder beinhalten “typischerweise Sensoren, Mikrophone, Kameras, Datenspeicher und andere Multimediafähigkeiten, samt Spracherkennung und GPS”, heißt es in der Anfang der Woche herausgegebenen Mitteilung, “Dies könnte die Privatsphäre und Sicherheit von Kindern gefährden, weil eine große Menge persönlicher Informationen unwissentlich offengelegt werden kann.”



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Das Federal Bureau of Investigation (FBI) vereint US-Bundespolizei und Inlandsgeheimdienst

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Ein Mikrophon kann beispielsweise in Hörweite des Geräts geführte Unterhaltungen aufzeichnen und dabei etwa den Namen des Kindes, dessen Schule, Vorlieben und Aktivitäten in Erfahrung bringen. Häufig richten Inhaber auch Nutzerkonten ein, verraten dabei Name, Geburtsdatum und Adresse, und laden bisweilen sogar Bilder hoch. “Darüber hinaus sammeln Firmen große Mengen zusätzlicher Daten, wie Sprachmitteilungen, Unterhaltungen, Bewegungsmuster, die Internet History und IP-Adressen”, weiß das FBI.

Damit steige die Gefahr, dass das Kind Opfer eines Identitätsdiebstahls werde. Auch Kindesmissbrauch werde erleichtert: Ein Angreifer könne sich mit Informationen aus Bildern und Videos, den GPS-Daten und den Vorlieben eines Kindes dessen Vertrauen erschleichen.

Aufwändige Recherche – oder wegschmeißen

Leider ist es mit der Sicherheit vernetzter Geräte oft nicht weit her: “Sicherheitsvorkehrungen für solche Spielsachen können in der Eile, damit auf den Markt zu kommen und sie einfach nutzbar zu machen, übersehen werden”, formuliert das FBI. Und oft erhält nicht nur der Hersteller Zugriff auf sensible Daten, sondern auch dessen Dienstleister, etwa der Betreiber eines Spracherkennungsdienstes.

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Für Erwachsene, die Kindern trotzdem vernetzte Spielsachen schenken wollen, hat das FBI einige Empfehlungen parat. Dazu gehören: “Informieren Sie sich im Voraus eingehend über bekannt gewordene Sicherheitslücken und lesen Sie das Kleingedruckte. Spielen Sie alle Sicherheitsupdates, sofern verfügbar, ein. Lassen Sie das Gerät nur über vertrauenswürdige Internetzugänge online gehen.

Beobachten Sie das Kind beim Spielen genau, wofür manche Spielsachen eine entsprechende Eltern-App anbieten. Achten Sie darauf, dass das Spielgerät komplett ausgeschaltet ist, wenn gerade nicht damit gespielt wird. Sparen Sie mit ihren Daten und machen sie bei etwaigen Nutzerkonten nur die minimal erforderlichen Angaben. Diese sichern Sie bitte mit einem starken Passwort, das nicht auch noch anderswo verwendet wird.”

In Deutschland sind Geräte wie die Puppe Cayla, die Sprachaufnahmen macht und zwecks Spracherkennung auf einen Server lädt, illegal. Das hat die Bundesnetzagentur im Dezember betont. Käufer müssen solche Puppen und ähnliche versteckte Spionagegeräte von Rechts wegen “unschädlich machen“.


(ds)