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Facebooks Video-Regeln: Kein Geld für Sex, Drogen und Gewalt

Facebooks Video-Regeln: Kein Geld für Sex, Drogen und Gewalt


Daniel Berger

(Bild: dpa, Tobias Hase)

Videoproduzenten, die auf Facebook mit ihren Bewegtbildern Geld durch Werbung verdienen wollen, müssen sich an strenge Regeln halten: Sex, Drogen und Gewalt sind tabu, damit die Werbetreibenden sich wohl fühlen.

Facebook will, dass Video-Produzenten im sozialen Netzwerk gutes Geld verdienen – aber nicht mit allen Inhalten. In einem nun veröffentlichten Regelwerk listet das Unternehmen alle verbotenen Inhalte auf. Dazu zählen unter anderem Gewalt, Sex, Drogen, Straftaten, Alkohol und der exzessive Gebrauch von Schimpfwörtern. Auch mit Naturkatastrophen und “real world tragedies” lässt sich auf Facebook kein Geld verdienen. Sind die Videos hingegen lustig und harmlos, fühlen sich in ihrem Umfeld die insgesamt 5 Millionen Werbetreibenden wohl.

Facebook testet derzeit Werbeunterbrechungen, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Es sei wichtig, beim Ausbau der Verdienstmöglichkeiten auf Facebook klare Regeln zu definieren, schreibt das Unternehmen. Diese “Content Guidelines for Monetization” betreffen auch die journalistische Berichterstattung: Inhalte, die Angriffe auf Menschen oder eine Gruppierung zeigen, sind “generell nicht für Anzeigen berechtigt, selbst wenn sie im Kontext von News stehen”, erklärt Facebook im Abschnitt “Debated Social Issues”. Damit übt das Netzwerk einen erheblichen Einfluss auf sein Video-Angebot aus, insbesondere auf der in den USA neu gestarteten Plattform “Watch”. Dort erhalten die Produzenten 55 Prozent der Werbeeinnahmen – ein schöner Anreiz, lieber ulkige Clips zu veröffentlichen und keine schwerverdaulichen News.

Auf Kuschelkurs mit Werbetreibenden

Die Werbetreibenden will Facebook künftig mit mehr Informationen versorgen, damit sie sehen, dass ihre Clips nicht im Umfeld von unangenehmen Inhalten zu sehen sind. Wie Techcrunch berichtet, tritt Facebook dem “Certified Against Fraud”-Programm bei, um das Vertrauen der Werbetreibenden zu gewinnen. Jüngst waren Zweifel über die tatsächliche Reichweite der auf Facebook geschaltete Werbung aufgekommen. Außerdem hatten einige Bugs in der Vergangenheit zu falschen Zuschauerzahlen und Abrechnungen geführt.

Wer wiederholt die Regeln nicht einhält, Clickbait-Inhalte veröffentlicht oder Falschmeldungen verbreitet, dem entzieht Facebook die Möglichkeit, Geld auf der Plattform zu verdienen. Fehlt der wirtschaftliche Anreiz, sollen sich etwa “Fake News” weniger verbreiten, hofft Facebook. Schon vor einer Weile hatte das Unternehmen die Maßnahmen gegen Falschmeldungen auf diese Weise verschärft. Stellt Facebook bei einem Video fest, dass es gegen die Regeln verstößt, erhält dessen Produzent zunächst einen Hinweis und kann Einspruch einlegen. Die inhaltlichen Einschränkungen beziehen sich explizit auf Videos, mit denen die Produzenten Geld verdienen wollen. Nutzer, die ihre Clips nur aus Spaß veröffentlichen, müssen sich jedoch an die allgemeinen “Gemeinschaftsstandards” von Facebook halten.


(dbe)