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Face++: Das Gesicht als Universalschlüssel

Face++: Das Gesicht als Universalschlüssel


Ben Schwan

Ohne Gesichtserkennung geht in China bald fast nichts mehr. Hauptplattform ist eine Software, die nur sechs Jahre alt ist.

In China denken sich Firmen und der Staat immer neue Anwendungsmöglichkeiten für die Gesichtserkennung aus. So kann man Geld abheben, erhält Zugang zum Bahnsteig oder darf sein Bürogebäude betreten, nur in dem man sein Gesicht in eine Kamera hält. Die Plattform hinter dem KI-gestützten Face-Scanning stammt von einem Start-up aus Peking, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe (“China: Das Gesicht als Universalschlüssel”).

Megvii heißt das 2011 gegründete Unternehmen, das von drei Studenten der Tsinghua-Universität aus der Taufe gehoben wurde. Betrieben wird von ihr unter anderem die Identifizierungsplattform Face ID, hinter der die zentrale Technik Face++ steckt.

Bei Megvii glaubt man, dass das Internet mehr und mehr kommerzielle und soziale Funktionen übernehmen wird und die Gesichtserkennung dabei Teil der Infrastruktur werden muss. Es gehe darum, echte Identitäten festzustellen. Andere Technikfirmen glauben ebenfalls daran – Samsungs Smartphones der Galaxy-S8-Baureihe unterstützen Gesichtserkennung zum Entsperren der Geräte. Apple soll Gerüchten zufolge sein kommendes “iPhone 8” mit der Technik ausrüsten.

Nahezu 90 Prozent der 200 wichtigsten Internet-Firmen in China verwenden Face ID, sagt Megvii-Chef Qi Yin. Es sei besonders beliebt bei Online-Finanzdiensten, weil diese so die Nutzeridentitäten auch aus der Ferne authentifizieren können. Um zu verhindern, dass Nutzer einfach ein fremdes Foto verwenden, werden diese einem “Lebendigkeitstest” unterzogen, bei dem sie sprechen und ihren Kopf bewegen müssen.

Xiaohua, eine Firma, die eine virtuelle Bank betreibt, die die Kreditvergabe und Bezahldienstleistungen über eine App namens Xiaohua Qianbao abwickelt, ist ein typischer Face-ID-Kunde. Nutzer scannen ihr Gesicht mit der App, um Kreditzusagen zu erhalten und sicherzustellen, dass niemand Aktionen autorisieren kann, wenn das Telefon verloren oder gestohlen wird.

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(bsc)