/E-Bike-Markt wächst trotz rückläufiger Fahrrad-Verkaufszahlen

E-Bike-Markt wächst trotz rückläufiger Fahrrad-Verkaufszahlen

Auf der diesjährigen Eurobike präsentieren vom 30. August bis zum 2. September rund 1400 Aussteller die Neuheiten und Trends der Branche.

(Bild: eurobike)

Im Vorfeld der Fahrradmesse Eurobike nannte der Zweirad-Industrie-Verband aktuelle Zahlen und Fakten. Demnach setzt sich der Trend zum Rad als Auto-Alternative fort. Die Fahrrad-Verkäufe gehen zurück – E-Bikes legen jedoch zu.

In Deutschland sind in den ersten sechs Monaten des Jahres bisher weniger Fahrräder verkauft worden. Mit einem Absatz von 2,64 Millionen müsse die Branche einen Rückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen, sagte der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV), Siegfried Neuberger, am Dienstag im Vorfeld der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee. “Wir beobachten das mit einer gewissen Sorge.” Auch die Produktion liege mit 1,44 Millionen Fahrzeugen bislang rund 2,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Grund für den Rückgang sei unter anderem der bereits hohe Bestand von Fahrrädern in Deutschland. So besäßen 80 Prozent der Haushalte mindestens ein Fahrrad, hieß es beim ZIV. Zudem würden die Räder hochwertiger und damit haltbarer gefertigt. Der Markt mit E-Bikes wachse dagegen weiter – für 2017 rechnet die Branche mit einem Verkauf von 680 000 Fahrzeugen. Das wäre ein Wachstum von 12 Prozent gegenüber 2016. Vor allem dank dieses Zuwachses rechnet der ZIV mit einem leicht steigenden Umsatz für 2017.

Fahrräder als urbane Auto-Alternative

Auch vor diesem Hintergrund bleibt die Fahrradbranche optimistisch: “Der Trend zum Fahrrad ist ungebrochen”, sagte Neuberger. Das sehe man vor allem in den vom Autoverkehr chronisch überlasteten Städten – dort sei das Rad inzwischen das ideale Fortbewegungsmittel.

Das beobachtet auch Branchenexperte Gunnar Fehlau: Zum Beispiel die Situation von jungen Familien habe sich in den vergangenen 20 Jahren radikal verändert. “Früher war für viele das Idealbild: Wir haben ein Haus 20 Kilometer vor der Stadt und dafür zwei Autos”, sagte Fehlau unlängst. Inzwischen lebten viele Familien aber direkt in oder am Rand der Stadt. “Statt Kinderwagen gibt es einen Kinderanhänger,statt dem zweiten Auto das Lastenrad.” (dpa) /


(ovw)