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DTM: Weiter Ärger um Gewichte Es kracht hinter den Kulissen

— 22.07.2017

Es kracht hinter den Kulissen

Die neue Regelung zu den Gewichten war ein Alleingang des DMSB, die Hersteller sind verärgert. Ein Machtkampf droht, möglicherweise sogar ein Protest.

Es kracht ganz offenbar gewaltig hinter den Kulissen der DTM: Der Grund: Das leidige Dauerthema Performance-Gewichte. Denn: Die bereits dritte Änderung vor dem fünften Rennwochenende in Moskau hin zu einem Zufallssystem ist ohne die Zustimmung der drei Hersteller Audi, BMW und Mercedes durchgedrückt worden.

Audi-Boss Dieter Gass bestätigte am Samstag, dass der DMSB die Neuregelung zu den Gewichten entschieden hat, ohne den Herstellern eine Stimme zu geben und ohne dies durch die DTM-Kommission, in der die drei Hersteller, der DMSB und die ITR vertreten sind, abnicken zu lassen. „Ich lese das sportliche Reglement nicht so, dass man das kann. Das Reglement wurde demnach nicht beachtet“, sagte Gass. Der DMSB setzte die Entscheidung stattdessen im Alleingang durch ein Bulletin durch, das am Freitag in Moskau veröffentlicht wurde.

Die Hersteller sind nicht gut auf den DMSB zu sprechen

Wie es jetzt weitergeht, ist unklar. Das System kam erstmals im neunten Rennen des Jahres am Samstagnachmittag in Russland zum Tragen. „Einfach widersetzen können wir uns mit Sicherheit nicht“, so Gass weiter. Folgt denn nach dem Lauf ein Einspruch der Hersteller? „Es ist nicht ganz klar, wie so etwas gehen könnte“, meinte der Audi-Chef.

Klar ist nur: Es knallt ganz offensichtlich hinter den Kulissen, denn derzeit wird beim DMSB an einem möglichen Szenario des Einspruchs durch die Hersteller und einer Reaktion darauf gearbeitet. Interessant bei dem ganzen Chaos: Bei einer Parität in der Kommission würde letztendlich sowieso der DMSB entscheiden. Deshalb darf natürlich auch die Frage gestellt werden: Warum hat der DMSB den Alleingang überhaupt unternommen oder die nervige Gewichtsregelung nicht gleich komplett abgeschafft? Auch das bleibt unklar.

Mit dem Ablauf der Entscheidungsfindung sind die drei Hersteller nicht einverstanden, um es freundlich auszudrücken. Gass kann der vom DMSB durchgesetzten Idee allerdings auch nicht wirklich viel abgewinnen: „Wir müssen erstmal schauen, wie es sich auswirkt. Aber auf den ersten Blick sehe ich keine Verbesserung“, sagte Gass, „denn ich denke, dass das letzte System gut funktioniert hat. Außerdem wird ein Hersteller, der mit mehr als drei Autos um den Titel fährt, benachteiligt.“