/DTM: Mercedes Ende 2019 in der Formel E Mercedes steigt aus der DTM aus!

DTM: Mercedes Ende 2019 in der Formel E Mercedes steigt aus der DTM aus!

— 24.07.2017

Mercedes steigt aus der DTM aus!

Mercedes richtet sein Motorsport-Programm ab 2019 neu aus: Die Stuttgarter ziehen sich überraschend aus der DTM zurück, fahren dafür in der Formel E.

Mega-Motorsport-Hammer am Montagabend: Mercedes-Benz verkündet völlig überraschend seinen Ausstieg aus der DTM!

Die Stuttgarter verabschieden sich zum Ende der Saison 2018 aus der Tourenwagenserie und werden stattdessen in der Formel E an den Start gehen. Der Umstieg auf Elektro-Motorsport erfolgt im Zuge einer “strategischen Neuausrichtung”, wie Daimler mitteilte. 

Für Mercedes ist die aktuelle DTM-Saison die vorletzte

Mercedes hat in bislang 26 Saisons in der DTM zehnmal die Fahrer- und 13 Mal die Teamwertung gewonnen und ist damit der erfolgreichste Hersteller in der Serie. “Mit dieser neuen Aufstellung wird Mercedes-Benz in Serien an beiden Enden des Motorsportspektrums antreten. Auf der einen Seite die Formel 1, die als Königsklasse des Motorsports für Hightech-Motorsport und Wettbewerb auf höchstem Niveau steht, auf der anderen Seite die Formel E, die den Wandel der Automobilindustrie verkörpert”, heißt es in einer Mitteilung von Mercedes.

Nach ABMS-Informationen wird das bisherige DTM-Einsatzteam HWA den Einsatz leiten. Hans-Werner Aufrecht und Ulrich Fritz, die beiden Chefs von HWA, haben bereits das Öko-Rennen in New York besucht. Dort wurden Aufrecht und Fritz  in intensiven Gesprächen mit Venturi-Teilhaber Marc Gindorf gesichtet. Venturi und auch HWA arbeiten beide mit ZF zusammen. Und: Ab Saison vier wird der Venturi-Antriebsstrang für die Formel E in Zusammenarbeit mit ZF entwickelt. Das könnte dazu führen, dass HWA in der ersten Saison mit Kundenmotoren von Venturi fährt. Einen eigenen E-Motor von Mercedes kann es in der Formel E frühestens Ende 2019 geben, denn die Frist zur Einschreibung als Hersteller ist bereits verstrichen.

Mercedes-Motorsportchef Wolff dazu: “Ich freue mich, dass wir die bestehende Einstiegsoption um ein Jahr bis zur Saison 2019/20 erweitern konnten. So haben wir die Zeit, die Serie kennenzulernen und uns adäquat auf den Einstieg vorzubereiten.” Heißt auch: Ein eigener Motor kommt erst 2019. 

Dass Mercedes ein Kundenteam vorschickt, ist aus ihrer Rennsportgeschichte bekannt. 1993 stieg man mit Sauber in die Formel 1, war allerdings nur mit der Marke auf der Airbox sichtbar und bezog die Kundenmotoren von Ilmor. “Die Jahre in der DTM werden immer ein großer Teil unserer Motorsport-Geschichte bleiben”, sagt Wolff: “Auch wenn so ein Abschied natürlich schwer fällt, werden wir in dieser und nächster Saison alles dafür tun, uns mit so vielen Titeln wie möglich aus der DTM zu verabschieden.”

Zu den Gründen für den drastischen Schnitt erklärt der Österreicher: “Die Formel E ist mit einem spannenden Start-Up Unternehmen vergleichbar: Sie bietet ein brandneues Format, das Rennen mit einem starken Eventcharakter kombiniert, um aktuelle und zukünftige Technologien zu bewerben.”

Venturi könnte den Antrieb für Mercedes bauen

Es sei an der Zeit, neue Wege zu gehen, sagte auch Jens Thiemer. Der Vize-Präsident Marketing bei Mercedes glaubt: “Die Formel E ist für uns ein konsequenter Schritt, um die Leistungsfähigkeit unserer attraktiven batterieelektrischen Fahrzeuge zu demonstrieren.”

In der Formel E war die Freude natürlich groß über die Neuigkeit: “Heute ist ein großartiger Tag, weil wir Mercedes in der Formel E-Familie begrüßen dürfen”, sagte Alejandro Agag, Gründer und Geschäftsführer der Formel E. “Damit wächst die steigende Zahl der Hersteller, die sich an der elektrischen Revolution beteiligen.”

Nach Audi (ab 2017/18) und BMW (ab 2018/19) ist Mercedes damit der dritte deutsche Hersteller in der Formel E. Wie es nun aber in der DTM weitergeht, in der sich die anderen beiden Premium-Marken ebenfalls engagieren, steht nach der Krachermeldung vom Montagabend in den Sternen. “Wir bedauern den Ausstieg von Mercedes und müssen jetzt diese neue Situation erst einmal bewerten”, erklärte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt. Die DTM-Dachorganisation ITR um ihren neuen Boss Gerhard Berger ließ verlauten: “Wir müssen die Entscheidung sportlich fair respektieren.” Positiv bewertet man den “mit weitem Vorlauf” angekündigten Zeitpunkt des Ausstiegs. “Damit bleibt der ITR Zeit, die Situation zu analysieren und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft aufzusetzen.”