/DTM: Lob für die Japan-Renner Berger wünscht sich Nissan und Co.

DTM: Lob für die Japan-Renner Berger wünscht sich Nissan und Co.

— 18.10.2017

Berger wünscht sich Nissan und Co.

Lexus und Nissan statteten der DTM beim Finale in Hockenheim einen Besuch ab. Steigen die Japaner jetzt in die DTM ein?

Rettet Japan die DTM? Bereits am vergangenen Wochenende drehten die Supersportwagen von Lexus und Nissan aus der japanischen Super GT Demorunden in Hockenheim. Die zwei Rennwagen, die dabei sogar schneller als die DTM-Boliden unterwegs waren, gelten als Vorboten eines möglichen Einstiegs der asiatischen Premiumhersteller in die DTM. „Wir haben in Hockenheim einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das ist der Start einer neuen Ära im deutschen und japanischen Motorsport“, sagt GTA-Präsident Masaaki Bandoh. Für den Einstieg der japanischen Konzerne muss das Class-One-Reglement (2-l-Vierzylinder-Turbomotor mit mehr als 600 PS und abgespeckter Aerodynamik sowie einem Einheitsmonocoque) der DTM noch fertiggestellt werden.

Dafür werden sich beide Seiten annähern: „Wir machen einen Schritt auf der Motorseite, die Japaner auf der Aerodynamik- und Chassisseite. Von 2019/2020 an werden wir die gleichen Autos haben. Ich hoffe, dass wir uns auf diversen Strecke in Europa und Asien treffen werden“, sagt DTM-Boss Gerhard Berger in der am Freitag erscheinenden AUTO BILD MOTORSPORT.

Nissan und Lexus statteten der DTM in Hockenheim einen Besuch ab

BMW und Audi entwickeln dafür den Vierzylinder-Turbomotor, mit dem die Super GT bereits unterwegs ist. „Ich kann noch nicht sagen, ob es 2019 ein Übergangsjahr nur mit Audi und BMW geben wird, glaube es aber nicht“, so der Österreicher. „Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir gut aufgestellt sein werden. Mit dem Class-One-Reglement haben wir die gleichen Autos wie die Japaner. Honda, Lexus oder Nissan hätte ich natürlich gern in der DTM.“

Auch die Motorengeräusche der japanischen Turbo-Boliden gefallen Berger: „Der Sound der Vierzylinder-Aggregate ist klasse. Ich war anfangs skeptisch, aber jetzt wissen wir: Die DTM-Autos der Zukunft werden einen Mega-Racing-Sound haben.“

Die aktuellen DTM-Fahrer verfolgten am Wochenende die Renner aus Japan ebenfalls intensiv. „Die Autos hören sich echt gut an und sehen sehr schön aus. Und sie fahren auch sehr gute Rundenzeiten“, lobt BMW-Pilot Timo Glock. Lexus und Nissan waren rund zwei Sekunden schneller als die DTM-Boliden im freien Training: „Aerodynamisch sind die nicht extrem viel besser als unsere, haben aber vor allem mehr Leistung. Es sieht sehr impulsiv aus, wenn die auf Start/Ziel runterbeschleunigen“, so Glock weiter.

Der nächste Schritt: Audi und BMW besuchen mit ihren DTM-Autos das Super-GT-Rennen in Motegi.

Autoren: Andreas Reiners, Alexander Warneke