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DTM: Hersteller streiten sich Zoff um Gewichte nimmt kein Ende

— 09.09.2017

Zoff um Gewichte nimmt kein Ende

Die Performance-Gewichte bleiben in der DTM ganz oben auf der Agenda. Vor dem Lauf am Nürburgring wehrte sich Audi gegen die Rolle des Buhmannes.

Das lästige Dauerthema Performance-Gewichte geht mal wieder in eine neue Runde. Von einer Einigkeit sind die Verantwortlichen in der DTM dabei immer weiter entfernt. Am Freitagabend veröffentlichte Audi ein langes Statement zu dem Thema, das vor dem siebten Rennwochenende auf dem Nürburgring erneut hochkochte. Die Gewichte sind seit Monaten ein Streitthema, da sie ihren eigentlichen Sinn verfehlen, nämlich die Angleichung der Performance der Hersteller untereinander. Stattdessen wird aber taktiert, da die Bemessungsgrundlage der Rundenzeiten-Durchschnitt aller Autos einer Marke ist. Was dann zum Beispiel dazu führt, dass eine Marke nach einem Dreifachsieg ausladen darf.

Auf dem Nürburgring ist der BMW das leichteste Auto, der Audi ist dabei 25 Kilogramm schwerer als der BMW. Durchaus ein Pfund, laut Audi macht das knapp eine halbe Sekunde in der Eifel aus.

Gewichts-Posse: Audi will nicht der Bösewicht sein

Vor dem letzten Rennwochenende in Zandvoort hatte DTM-Chef Gerhard Berger den Herstellern einen Vorschlag unterbreitet, um das Problem loszuwerden. „Die DTM ist an einem Punkt angelangt, wo die ständigen Diskussionen über die Performance-Gewichte schädlich für die Serie sind. Dessen sind sich auch die Hersteller bewusst“, sagte Berger. Einig wird man sich trotzdem nicht.  Konkret ging es bei Bergers Vorschlag um die Abschaffung der Performancegewichte, ohne dass das Reglement im Gegenzug für teure Weiterentwicklungen geöffnet werden muss.

Berger: „Demnach würden gewisse Bereiche am Fahrzeug, die die Hersteller derzeit noch frei aerodynamisch gestalten dürfen, standardisiert werden. Ein kostspieliger Entwicklungswettlauf um die beste Detaillösung in Bereichen, die der Fan nicht sieht, sollte vermieden werden.“ Ein Hersteller sei aber dagegen gewesen, so der Österreicher. Er nannte den Hersteller nicht, allerdings ist nun klar, dass sich Audi dagegen wehrte. Und die Ingolstädter wollten die Rolle des Buhmannes nicht unkommentiert stehen lassen.

Die Hersteller finden weiter keinen grünen Zweig

Laut Gass sei Audi sehr wohl für eine Abschaffung der lästigen Gewichte, aber „ohne dass diese an einen erneuten Performance-Ausgleich unter den Herstellern oder eine überhastete Änderung der Homologation für 2018 gekoppelt ist. Einer Öffnung oder Änderung der Homologation stehen wir offen gegenüber, sofern diese im Nachgang der Saison und auf Basis der dann mit gleichem Gewicht gefahrenen Rennen erfolgt“, erklärte der Audi-Boss: „Dies ist auch der Grund, warum wir dem in der DTM-Kommission vor Zandvoort diskutierten Vorschlag der ITR nicht zustimmen konnten, der eine Standardisierung der Radhäuser und damit aerodynamischer Freibereiche beinhaltete. Denn dieser Kompromiss hätte absolut unabsehbare Folgen, da die Auswirkungen auf die einzelnen Fahrzeuge nicht nur unterschiedlich, sondern auch vollkommen unkalkulierbar wären. Dies käme einer Lotterie gleich.“

Gass erklärt: „Aus unserer Sicht wäre es sinnvoller, die Homologation in diesen Bereichen für alle zu öffnen. Jeder könnte im Rahmen des Reglements weiterentwickeln. Das ist sicherlich kein Garant für eine ausgeglichene Performance zwischen den Herstellern, aber in Anbetracht der überhitzten Diskussion ein sportlich fairer Kompromiss. Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir im Sinne und zum Wohle der DTM zu einer schnellen Lösung finden. Aber Fakt ist auch, dass es mit jedem gefahrenen Rennen schwerer wird.“