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DSAG-Jahreskongress 2017: SAP soll mehr Transparenz schaffen

Im Rechenzentrum von SAP in St. Leon-Rot

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) stellt auf ihrem Jahreskongress im Bremen die digitalen Transformation in den Mittelpunkt. Laut Umfrage muss SAP hier noch einige Aufgaben lösen.

Laut Selbsteinschätzung stehen viele SAP-Anwenderunternehmen noch immer am Anfang der digitalen Transformation. Um Digitalisierungsvorhaben adäquat umsetzen zu können, brauchen sie einen stabilen ERP-Kern, der die wesentlichen Geschäftsprozesse abbildet und sich schnell und einfach aktualisieren lässt. In seiner Keynote auf der jährlichen DSAG-Konferenz sagte Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe, dass dieses Ziel noch nicht erreicht sei.

Zusätzlich müsse sich der Kern mit konfigurierbaren Anwendungen ergänzen lassen. Nur so ließen sich durchgängige Prozesse über Unternehmensgrenzen hinweg umsetzen. Ohne eine hybride Strategie, die konventionelle und neue Systeme vereint, könne das Ganze jedoch nicht gelingen – hier müsse SAP liefern. Vor allem seien dazu umfangreiche und präventive Sicherheitskonzepte in den Unternehmensprogrammen notwendig.


Immerhin 69 Prozent der SAP-Anwender schätzen ihre Digitalisierungsstrategie als rudimentär ein.

Immerhin 69 Prozent der SAP-Anwender schätzen ihre Digitalisierungsversuche als rudimentär ein.

(Bild: DSAG
)

Zum Stand der Dinge in Sachen Digitalisierung hat die DSAG im Vorfeld der Veranstaltung, zu der man bis zu 4500 Teilnehmer erwartet, eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durchgeführt. 70 Prozent der Befragten messen S/4HANA eine hohe bis sehr hohe Relevanz für die digitale Transformation bei. Aber auch die traditionelle Business Suite hat für über die Hälfte eine Zukunftsperspektive in entsprechenden Vorhaben. DSAG-Mitglieder setzen demnach auf beide Angebote. Für sie sei es wichtig, dass SAP hinsichtlich des Reifegrads und des Leistungsumfangs neuer Produkte mehr Transparenz schafft und zudem die Weiterentwicklung der Business Suite stärker vorantreibt.

SAPs Cloud-Plattform scheinen viele DSAG-Mitglieder kaum zu kennen. Mehr als die Hälfte billigt ihr kaum Bedeutung zu, obwohl sie für digitale Geschäftsprozesse entwickelt wurde. Auch die anderen Cloud-Lösungen ziehen die Mitgliedsunternehmen kaum in Erwägung.

Die DSAG will nachfragen, wie weit zugekaufte Plattformen wie Ariba, SuccessFactors und Concur tatsächlich in bestehende IT-Umgebungen integrierbar sind und wo deren konkreter Nutzen für die Anwender liegt. Es ist davon auszugehen, dass die Weiterentwicklung von Zusatzprodukten um den Kern herum vornehmlich in der Cloud erfolgt. Die Kunden haben jedoch schon Lizenzen für ihre Geschäftsanwendungen erworben. Hier müsse man Doppellizenzierungen vermeiden.

Deutlich fällt das Urteil über SAP Leonardo aus. 82 Prozent messen dem neuen Produkt im Segment IoT und künstliche Intelligenz kaum bis keine Bedeutung bei. Allerdings kam das Produkt erst kürzlich auf den Markt. Marco Lenck wünscht sich von SAP mehr Aufklärungsarbeit und verständliche Informationen. Beim Thema IoT gebe es Klärungsbedarf bei Sicherheit, Lizenzen, Preisgestaltung, Standards sowie indirekter Nutzung.

Die Umfrage unter über 500 Entscheidern aus IT- und Fachbereichen von DSAG-Mitgliedsunternehmen fand im Frühsommer statt.


(jd)