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Drohende Migranten-Abschiebung: Apple-Chef drängt US-Kongress zum Handeln

Apple-Chef Tim Cook

Apple-CEO Tim Cook spricht sich seit längerem gegen eine Abschaffung des DACA-Programms aus.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Apple-Chef Tim Cook macht – zusammen mit dem Ölmagnaten Charles Koch – gegen die von Donald Trump geplante Einstellung des DACA-Programms mobil: Der Kongress müsse die mögliche Deportation junger Migranten endlich stoppen.

Gemeinsam mit dem Multimilliardär Charles Koch hat Apple-Chef Tim Cook den US-Kongress dazu aufgefordert, die drohende Abschiebung junger Migranten zu stoppen – noch vor dem Ende des Jahres. Es gebe einen “politischen, ökonomischen und moralischen Imperativ”, dieses Problem endlich zu lösen, betonen die Unternehmenschefs in einem von der Washington Post veröffentlichten Kommentar. Durch Migration genieße die USA schließlich “beispiellosen Erfolg” und damit Wohlstand.

Die Angelegenheit sei so “außerordentlich” wichtig, dass sie sich entschlossen hätten, den Kommentar gemeinsam zu verfassen, schreiben Cook und Koch – obwohl sie in “manchen anderen Fragen unterschiedlicher Ansicht” sei. Koch gilt als erzkonservativ und förderte lange Zeit die Republikanische Partei mit Millionenbeträgen.

Es müsse wieder Rechtssicherheit für die Kinder illegaler Migranten geben, die seit 2012 unter das von Präsident Barack Obama eingeführte Programm “Deferred Action for Childhood Arrivals” (DACA) fielen, schreiben Cook und Koch. Die als Kinder oder Jugendliche in die USA gekommenen Migranten – “Dreamers” genannt – erhielten im Rahmen des Programms eine Arbeitserlaubnis und wurden vor Ausweisung geschützt – nach erheblichen Hintergrundchecks. Die Regierung Trump will DACA abschaffen, dadurch könnten rund 700.000 Personen ausgewiesen werden.

Cook bezeichnete die drohende Abschiebung schon im September als “inakzeptabel”, es sei unter vielen großen Problemen das “derzeit größte Problem unserer Zeit”. Die mögliche Deportation von Kindern illegaler Migranten verstoße gegen amerikanische Werte und werfe die Frage auf, ob noch “menschlich und moralisch” gehandelt wird.

Weitere Konzerne der US-IT-Branche habe sich ebenfalls bereits gegen die DACA-Abschaffung ausgesprochen – bei vielen arbeiten Dreamers. Apple beschäftigt nach eigener Angabe rund 250 der jungen Migranten.


(lbe)