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DJI-Drohnen bald mit “local data mode”: Drohnenflug ohne Einschränkungen

DJI-Drohnen bald mit “local data mode”: Drohnenflug ohne Einschränkungen


Kristina Beer

Privatanwender können sich von ihrer DJI-Drohne unter die Arme greifen lassen und über Flugverbotszonen informiert werden, die in der Nähe sind. Einige Unternehmen wollen aber genau das nicht und möchten etwa auch ihre kritische Infrastruktur per Drohne umfliegen – ohne, dass DJI Daten dazu sammeln könnte.

(Bild: DJI)

Der chinesische Multikopter-Hersteller DJI verlor Anfang August die US-Armee als Nutzer seiner Drohnen. Sicherheitsbedenken wurden ins Feld geführt. Nun erklärt DJI, dass es bald einen Flugmodus gebe, bei dem nicht nach Hause gefunkt werden soll.

Anfang August kursierte ein Memo der US-Armee, das alle Truppen dazu anwies, jegliche DJI-Produkte aufgrund von Sicherheitsbedenken sofort stillzulegen. Weil die Drohnen des chinesischen Herstellers DJI seit Mai offiziell beim Hersteller registriert werden müssen, damit alle Funktionen nutzbar sind, wurde gemutmaßt, dass es der US-Armee Sorge bereitet, dass DJI-Drohnen regelmäßig nach Hause funken und so auch etwa sensible Einsatzdaten über den Mittelsmann DJI an chinesische Behörden gelangen könnten.

DJI begründete die Registrierungspflicht (beziehungsweise die offizielle “Aktivierung” des Geräts beim Hersteller) ebenfalls mit Sicherheitsbedenken – Drohnen sollten stets aktuell mit Daten zu Flugverbotszonen und Hinweisen auf lokale Bestimmungen gefüttert werden könnnen. Über das Memo der US-Armee zeigte sich das Unternehmen laut einiger Medien erstaunt.

“local data mode” kommt

Nun gab der chinesische Drohnen-Hersteller via TechChrunch bekannt, dass DJI schon länger an neuen Funktionen arbeite, die schon bald, nämlich noch bis Ende September, nutzbar sein sollen. Durch einen neuen Modus, den “local data mode”, sollen dann auch wieder geheime Flüge – ohne ein nach Hause Funken der Drohnen oder ohne bestimmte Flugrestriktionen – möglich sein.

DJI begründet die neuen Funktionen gegenüber TechChrunch damit, dass einige Unternehmen, Organisationen und Nutzer mehrfach um einen Modus ohne Tracking und Geo-Fencing-System gebeten hätten. Laut DJI sei die Funktion notwendig, um “sensible Operationen rund um die Welt” fliegen oder kritische Infrastrukturen schützen zu können. Gegenüber dem Technik-Blog erklärten verschiedene Sprecher des Unternehmens auch, dass der neue Modus nicht erst aufgrund des Memos der US-Armee eingeführt werde. Mit der Armee sei man nicht in Kontakt gewesen und arbeite zudem schon länger an der neuen Funktion.

In einem Interview für die New York Times hat Brendan Schulman, der Vizepräsident von DJI für Rechtsangelegenheiten, aber auch erklärt, dass der “local data mode” aufgrund des Armee-Memos schon früher eingeführt wird als eigentlich geplant. Aufgrund der Berichterstattung hätten sich mehr Nutzer gemeldet, die ebenfalls Sicherheitsbedenken wegen des möglichen Trackings geltend machten.

Aus den verschiedenen Statements lässt sich also die Aussage zusammenziehen: Nicht erst das Memo der US-Armee hat zu der Entwicklung des privaten Flugmodus geführt, aber es hat die Veröffentlichung wohl beschleunigt.

Ohne Internetverbindung flugfähig

Gegenüber der New York Times machte Schulman auch klar, dass die Drohnen des Herstellers keine laufende Verbindung zum Internet benötigen, um fliegen zu können. Nutzer könnten zwar freiwillig Daten und etwa Videos und Bilder mit dem Hersteller teilen, aber der nun bald kommende “lokale Daten-Modus” unterbinde auch “eine versehentliche Synchronisation” zwischen Drohne und DJI-Servern während eines Flugs.

Allerdings könnte der neue Modus in einigen Ländern verboten werden, wenn es dort Maßgabe ist, dass Nutzer stets mit den neuesten Kartendaten fliegen. Diese werden durch den Modus nicht mehr laufend aktualisiert.


(kbe)