/Deutschlands Grüne verabschieden sich von Co-Vorsitzenden Cem Özdemir, Simone Peter vor der Parteiführung

Deutschlands Grüne verabschieden sich von Co-Vorsitzenden Cem Özdemir, Simone Peter vor der Parteiführung

Grüne Abgeordnete verabschiedeten sich am Freitag auf dem Parteitag in Hannover von den scheidenden Co-Vorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter mit einem mitreißenden Applaus.

Özdemir, der 2008 in den Posten gewählt wurde und war einer der Top-Kandidaten der Grünen bei den Parlamentswahlen 2017 forderte die Partei auf, für das politische Zentrum offen zu bleiben.

“Wir sind eine Mitte-Links-Kraft, aber unsere Türen sind weit offen”, sagte er. “Die Grünen sind keine Partei, die weggeht. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst.”

Cem Özdemir gestures during a speech at the Greens conference (picture-alliance/dpa/B. v. Jutrczenka)

Özdemir war neun Jahre lang einer der Ko-Führer der Grünen

Özdemir war Verhandlungsführer in den gescheiterten Drei-Wege-Sondierungskoalitionsgesprächen mit der wirtschaftsfreundlichen Freien Demokratischen Partei (FDP) und Kanzlerin Angela Merkels Block der Christdemokraten (CDU) und ihrer bayerischen Schwesterpartei der Christlich-Sozialen Union (CSU) nach den Wahlen 2017. Die Gespräche endeten danach FDP-Chef Christian Lindner ging hinaus im November.

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Gegen eine “konservative Revolution”

Peter, ehemaliger Umweltminister im deutschen Saarland, sagte, die Grünen müssten sich bei bevorstehenden Regionalwahlen gegen eine “konservative Revolution” positionieren.

Der Vorsitzende der CSU-Fraktion, Alexander Dobrindt, schrieb in der deutschen Tageszeitung einen kontroversen Opus Die Welt Anfang Januar Forderung nach einer “konservativen Revolution” in der deutschen Politik.

Der 52-jährige Peter kritisierte auch die linksliberale Sozialdemokratische Partei (SPD) dafür, dass sie bei den Sondierungskoalitionsverhandlungen mit Merkels konservativer CDU / CSU-Allianz keine nennenswerten Zugeständnisse gemacht habe. Die SPD stimmte für volle Koalitionsgespräche mit der CDU / CSU am Sonntag.

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Simone Peter (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

Simone Peter forderte ihre Partei auf, sich bei bevorstehenden Regionalwahlen einer “konservativen Revolution” zu widersetzen

Neue Gesichter

Die Delegierten der Partei werden am Samstag zwei neue Ko-Vorsitzende wählen.

Robert Habeck, Umweltminister im nördlichen Schleswig-Holstein; Annalena Baerbock, Bundestagsabgeordnete aus dem Land Brandenburg; und Anja Piel, die Vorsitzende der Niedersächsischen Landtagsfraktion, sind die drei Spitzenreiter.

Die Parteimitglieder stimmten dafür, Habeck, eine populäre Persönlichkeit in der Partei, als Ko-Vorsitzenden zu wählen und für eine Übergangszeit von acht Monaten Staatsminister zu bleiben. Parteiregeln verbieten Stühlen, Regierungspositionen zu halten. Hätte er die für den Übergang erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht erhalten, sagte Habeck, er werde nicht um die Position des Vorsitzenden kandidieren.

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Verstärker / SMS (dpa, AFP)