/Deutschlands AfD ist “Zerstörungskraft”, warnt der jüdische Führer

Deutschlands AfD ist “Zerstörungskraft”, warnt der jüdische Führer

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) in den Deutschen Bundestag eingetreten ist.

“Es tut mir weh, dass eine Partei, die nicht nur historische Fehlinterpretationen und Antisemitismus toleriert, sondern auch Rassismus, Rechtsextremismus und populistischer Nationalismus in ihren Reihen, die drittstärkste in Deutschland werden konnte”, sagte Knobloch dem Passauer Neue Presse in einem Interview am Samstag zum Internationalen Holocaust-Gedenktag veröffentlicht.

“Hier ist eine antimoderne, antidemokratische und antiliberale Zerstörungskraft am Werk, die den vorherrschenden kollektiven Konsens herausfordert”, so Knobloch auf der Grundlage der Lehren der Geschichte.

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Charlotte Knobloch (picture alliance/dpa/M. Balk)

Knobloch warnte, der Antisemitismus in Deutschland komme nicht nur von rechts

Wachsende Popularität

Die AfD erhielt bei den Bundestagswahlen im September vergangenen Jahres 12,6 Prozent der Stimmen. Damit liegt sie auf Platz drei von Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU / CSU-Block auf 33 Prozent und die Sozialdemokratische Partei (SPD) auf nur 20 Prozent.

Das Ergebnis war, dass die populistische Partei mit 92 Sitzen in der 709 Sitze starken Versammlung erstmals in den Deutschen Bundestag eintrat. Ob die aktuellen Koalitionsgespräche zwischen CDU / CSU und SPD In einer funktionierenden Regierung wird es die größte Oppositionspartei werden.

Die AfD ist auch in 14 von 16 Landtagen in Deutschland vertreten.

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Warnung vor Antisemitismus

Knobloch warnte auch vor einer, wie sie es nannte, “sehr starken und sehr aggressiven” Form des Antisemitismus unter Muslimen in Deutschland und forderte muslimische Verbände und Institutionen auf, radikale Elemente in ihren eigenen Gemeinschaften zu bekämpfen.

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Ihre Ausführungen wurden vom derzeitigen Präsidenten des Judenrates in Deutschland, Josef Schuster, wiederholt.

In einem Interview mit der Zeitung Westfalen-Blatt Er sagte, es sei eine erfreuliche Entwicklung, dass Integrationskurse für Migranten sich mehr auf das Lernen deutscher Geschichte konzentrieren sollten.

Deutschland hat den 27. Januar zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt, als die sowjetischen Truppen 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreiten. Rund 1,1 Millionen Menschen, die meisten von ihnen Juden, Dort wurden sie von 1940 bis 1945 ermordet.

Knobloch, der 1932 in München geboren wurde, überlebte die Massentötung von Juden unter dem Nationalsozialismus in einem Landesversteck.

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tj / rc (KNA, dpa)