/Deutschland: Kindermörder Marcel H. zu lebenslanger Haft verurteilt

Deutschland: Kindermörder Marcel H. zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein Bezirksgericht in der westdeutschen Stadt Bochum verurteilte am Mittwoch einen 20-jährigen Mann zu lebenslanger Haft wegen eines Doppelmords, der die Nation schockierte.

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Marcel H. war im März 2017 19 Jahre alt, als er die Verbrechen begangen hat. Der Vorsitzende Richter Stefan Culemann, der technisch gesehen ein Jugendlicher nach deutschem Recht war, sagte in seiner Erklärung, dass eine Jugendstrafe wegen der Schwere des Verbrechens “außer Frage” sei.

Der Richter äußerte in der Verurteilung, dass die Tötung des Jungen “völlig sinnlos” gewesen sei und dass, zusammen mit Marcel Hs bekannten Mordphantasien, “genügend Gründe” bestünden, den schwersten Satz zu verhängen.

Der Angeklagte wurde von den Behörden als ein unruhiger Mann beschrieben, ein Berufsschüler, der frustriert war, nachdem er für mehrere Jobs abgewiesen und von der Armee abgelehnt wurde. Die Staatsanwaltschaft bot als Motiv die Unzufriedenheit des Verdächtigen mit seinem eigenen Leben und eine “Befriedigung seines eigenen Sadismus” an.

Für seine Verbrechen wird Marcel H. 20 Jahre in einer sozialtherapeutischen Einrichtung inhaftiert sein müssen und aufgrund ihrer Schwere nicht für eine vorzeitige Freilassung in 15 Jahren in Frage kommen.

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Die Morde

Die Ereignisse in der Stadt Herne waren besonders grausam, als der Verdächtige seinen Opfern 120 Stichwunden versetzte.

Das erste Opfer, der junge Jaden, war ein Nachbarschaftsjunge, den Marcel H. unter dem Vorwand, er brauche Hilfe beim Aufbau einer Leiter, zu sich nach Hause lockte. Dort erstach er den Jungen, dessen Leichnam später in einem Keller gefunden wurde.

Er floh von der Szene und suchte Zuflucht bei einem Freund. Zwei Tage später erstach Marcel H. den Freund, wahrscheinlich weil er ihn wegen Polizeibesuches konfrontiert hatte.

Tage später stellte sich Marcel H. in die Polizei und gestand, beide Verbrechen begangen zu haben.

Der Fall gewann an Bekanntheit, als Fotos von den Morde auf dem sogenannten “Darknet” auftauchten, einem Internet-Raum, der für illegale Aktivitäten genutzt wurde und nur durch Anonymitäts-Tools zugänglich ist. Marcel H. hat die Verantwortung für die Postings abgelehnt.

Anmerkung der Redaktion: Die Deutsche Welle folgt dem deutschen Pressekodex, der die Wichtigkeit des Schutzes der Privatsphäre von Verdächtigten oder Opfern betont und verpflichtet, in solchen Fällen auf die Offenlegung vollständiger Namen zu verzichten.

jcg / km (dpa, AFP)