/Deutsches Wirtschafts- und Verbrauchervertrauen boomt

Deutsches Wirtschafts- und Verbrauchervertrauen boomt

Das deutsche Wirtschafts- und Verbrauchervertrauen boomt laut den Ergebnissen zweier einflussreicher Umfragen, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Die Geschäftsmoral ist auf einem Allzeithoch – zumindest seit solche Dinge formal gemessen wurden – sagt das Münchner Ifo-Wirtschaftsinstitut, während das Verbrauchervertrauen in fast 20 Jahren seinen höchsten Stand erreicht hat Laut der neuesten Umfrage von Marktforschern Gfk.

Die monatliche Vertrauensbefragung des ifo Instituts bewertet die Ansichten von rund 7.000 deutschen Führungskräften und seine jüngsten Ergebnisse zeigen, dass die Stimmung in Europas größter Wirtschaft so rosig wie eh und je ist.

“Die deutsche Wirtschaft ist dynamisch in das Jahr gestartet”, sagte Ifo-Chef Clemens Fuest bei der Veröffentlichung der Zahlen, die dem bisherigen Rekordhoch vom November 2017 entsprechen.

Im Hinblick auf das Verbrauchervertrauen ist die Stimmung ebenfalls lebhaft. Die Gfk-Umfrage – die Stimmungen hinsichtlich der Zukunft beurteilt – hat festgestellt, dass positive Stimmungen um niedrige Arbeitslosigkeit und Erwartungen des Lohnwachstums zu den hoffnungsvollsten Zahlen in fast 20 Jahren geführt haben.

“Die Euphorie ist vor allem auf die anhaltend gute Arbeitsmarktsituation zurückzuführen”, heißt es in einer Stellungnahme der GfK.

Politische Parteien werden die Partei nicht verderben

“Zu Beginn des neuen Jahres ist in der deutschen Wirtschaft alles in Butter”, war die unmittelbare Reaktion des Analysten Carsten Brzeski, Ökonom bei der ING-DiBa Bank.

Die gute Stimmung kommt trotz der Tatsache, dass die wichtigsten deutschen Parteien noch keine Regierung mehr als vier Monate nach der Bundestagswahl im September gebildet haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren CDU-Partei bei der Wahl zusammen mit ihrer bayerischen Schwesterpartei 65 Sitze verloren hat, kämpft um eine neue Koalition. Die Gespräche über ein Drei-Parteien-Bündnis mit den Freien Demokraten und der Grünen Partei scheiterten, und es bestehen erhebliche Zweifel über die Aussichten der derzeitigen Versuche, eine Art Deal mit der SPD, der größten Oppositionspartei, zu arrangieren.

Die Ifo- und Gfk-Umfragen lassen jedoch eindeutig darauf schließen, dass die politische Unsicherheit kaum Auswirkungen hat auf die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland.

Die deutsche Wirtschaft bleibt das europäische Kraftpaket. Es ist 2017 um gut 2,2 Prozent gewachsen und weist bei den meisten Kennzahlen nach wie vor positive Werte auf.

Brzeski sagte, die größten Risiken für die deutsche Wirtschaft würden letztlich von äußeren Kräften kommen, insbesondere in Form von US-Steuerreformen und verschiedenen Bedrohungen für Freihandelsabkommen.

“Neue Strukturreformen und neue private und öffentliche Investitionen sind notwendig, um die derzeit starke Binnennachfrage der deutschen Wirtschaft zu sichern”, sagte er.

aos / hg (AFP, dpa)