/Datenschützer fordern Medienkompetenz-Fach in Schulen

Datenschützer fordern Medienkompetenz-Fach in Schulen

Programmieren auf dem Stundenplan

(Bild: dpa, Patrick Seeger)

Persönliche Daten sind heiß begehrt, Kinder und Jugendliche sollten dafür sensibilisiert werden. Regierungen verabschieden Gesetze, damit etwa Fluggastdaten gespeichert und ausgetauscht werden können. Datenschützer sehen großen Handlungsbedarf.

Der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten muss aus Sicht von Datenschützern von klein auf gelernt werden. Im Schulunterricht brauche es dazu deutlich mehr Aufklärung, sagte die Vorsitzende der Datenschutz-Konferenz von Bund und Ländern, Barbara Thiel. Nötig sei ein verpflichtendes Fach, das Medienkompetenz vermittele, forderte Thiel vor der Tagung der Datenschutzbehörden, die am Mittwoch in Oldenburg beginnt.

Auch Erwachsene müssten besser über die Risiken eines freizügigen Umgangs mit ihren Daten informiert werden. Die digitale Sorglosigkeit gehe durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten, sagte Thiel, die Landesbeauftragte für den Datenschutz in Niedersachsen ist.

Die unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder kommen routinemäßig zweimal im Jahr unter wechselndem Vorsitz zusammen. Damit wollen sie unter anderem eine einheitliche Anwendung des Datenschutzrechts in Deutschland erreichen.

Bei der diesjährigen Herbsttagung in Oldenburg wollen die Datenschützer von Bund und Ländern auch über den Austausch von Fluggastinformationen beraten. Ziel sei ein Beschluss, der Bundesregierung und europäischen Gesetzgeber auffordert, Gesetzesvorhaben nachzubessern, sagte die Konferenz-Vorsitzende Thiel. Dafür soll eine im Juli verkündete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ausgewertet werden. Das höchste EU-Gericht hatte damals ein von der EU und Kanada geplantes Abkommen zum Austausch von Fluggastdaten als unvereinbar mit Datenschutzvorschriften erklärt.

Die Konferenzteilnehmer wollen zudem über künftige Arbeitsweisen beraten. Mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai in Kraft treten soll, erhielten die Datenschutzbehörden mehr Macht und könnten Verstöße effektiver ahnden, sagte Thiel. Um die neuen Herausforderungen zu bewältigen, müssten die Behörden personell aufgestockt und die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern verändert werden.
(dpa) /


(kbe)