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Datenbrille soll Katastrophenhelfer bei Großeinsätzen unterstützen

Katastrophen, Massenunfälle und Terroranschläge mit vielen Opfern bringen medizinische Helfer an ihre Grenzen. Forscher haben in Aachen eine Datenbrille vorgestellt, die Ärzte und Sanitäter in Ausnahmesituationen entlasten soll.

Mit einer Datenbrille für Rettungskräfte wollen Wissenschaftler die Erstversorgung bei großen Unfällen und Katastrophen mit vielen Verletzten verbessern. Die Einsatzkräfte vor Ort könnten mit der Brille unter anderem einen Telemediziner zuschalten und so entlastet werden, wie die bisherigen Ergebnisse einer Forschergruppe am Universitätsklinikum Aachen zeigen.

Zum Abschluss des Projekts Audime testeten die Wissenschaftler die Technik am Sonntag in Aachen in einem simulierten Unfallszenario mit zwei entgleisten Waggons und 16 Verletzten. Die Opfer wurden realitätsnah von Schauspielern dargestellt. In einem Waggon retteten Helfer die Opfer mit der Datenbrille, in dem anderen ohne diese Technik.

Vor- und Nachteile beider Vorgehensweisen sollen später abschließend ausgewertet werden, etwa in Bezug auf Schnelligkeit und Fehlerquote. “Wir wissen dass die Datenbrille zu einer deutlichen Verbesserung führt. Die Versorgungsqualität nimmt definitiv zu”, sagte der Arzt und Wissenschaftler an der RWTH Aachen, Michael Czaplik, für das Forschungsteam. Die Arbeit mit dem System koste aber etwas mehr Zeit.

In der Datenbrille sind den Angaben zufolge Checklisten und Leitlinien integriert, die Rettungsassistenten und Ärzten bei der Entscheidung helfen, welche Opfer am dringendsten Hilfe brauchen. Zudem könne eine eingebaute Kamera alles, was der Helfer vor Ort sieht, in Echtzeit an den Telemediziner übertragen. Das Bundesforschungsministerium hat das Projekt gefördert. (dpa) /


(axv)