/Das ändert sich nach dem Genderurteil für ALLE

Das ändert sich nach dem Genderurteil für ALLE

Ab 2018 wird es in Deutschland offiziell drei Geschlechter geben.
Bild: dpa

Vanja aus Leipzig hatte erstmals Erfolg mit ihrer Klage zum dritten Geschlecht. Bisher ging Vanja durch alle Instanzen und verlor. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe setzte nun ein anderes Zeichen. Intersexualität muss anerkannt werden und der Rechtsrahmen dafür geschaffen werden. Deadline ist 2018.

Intersexuelle Menschen sind nicht transsexuell

Doch nicht nur die Menschen, die sich selber als “divers” oder “intersexuell” bezeichnen sind von der Neuerung betroffen. Auch im Alltag wird das dritte Geschlecht allgegenwärtig und beeinflusst auch nicht-intersexuelle Personen. Intersexuell sind Menschen, die weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuzuordnen sind. Und zwar von medizinischen Gesichtspunkten aus betrachtet. Diese Menschen haben beide Geschlechtsteile in sich. Durch eine Chromosomenanalyse kann Intersexualität zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Keinesfalls darf man Intersexualität mit Transsexualität verwechseln. Transsexuelle fühlen sich lediglich als falsches Geschlecht geboren und neigen häufig zu einer Geschlechtsumwandlung. Ab 2018 soll nun die Möglichkeit bestehen, gleich bei der Geburt das dritte Geschlecht zu wählen, mit Erreichen der Volljährigkeit kann jeder eine Umtragung beantragen. Für die Betroffenen ist das ein wichtiger Schritt.

Intersexualität im Alltag umsetzen

Doch auch für das allgemeine Zusammenleben ändert sich dadurch Einiges. Was passiert mit der ins Blut übergegangenen Anrede ” Sehr geehrte Damen und Herren…”? Wie der VerwaltungsjuristWilhelm Achelpöhler der “Bild” gegenüber äußerte, hat man dann die Wahl, das dritte Geschlecht mit dem Zusatz “… und Diverse” hinzuzufügen oder man setzt eine völlig geschlechtsneutrale Anrede ein.

Deutschland ist derzeit Vorreiter in der Anerkennung der Intersexualität, Indien oder Neuseeland haben bereits das dritte Geschlecht eingeführt. Möglicherweise können die Staaten auch Hilfestellung in der Toilettenfrage geben. Es besteht die Möglichkeit, eine dritte Kabine einzuführen oder generell ein Unisex-WC ins Leben zu rufen. Auch die Sprache muss sich anpassen. Intersexuelle möchten nämlich keinesfalls als “es” bezeichnet werden.

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koj/loc/news.de