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Darknet-Marktplätze: Ermittler schließen neben AlphaBay auch Hansa Market

Darknet-Marktplätze: Ermittler schließen neben AlphaBay auch Hansa Market


Martin Holland


Dieser Hinweis erwartet Besucher des Hansa Market nun.

(Bild: Politie Nederland)

Ermittlern aus aller Welt ist es gelungen, die Darknet-Handelsplätze AlphaBay und Hansa Market zu schließen und Daten über Nutzer sicherzustellen. Letzterer sei von zwei Deutschen betrieben worden. Die Portale gehörten zu den größten ihrer Art.

Strafverfolger aus den USA und Europa haben mit AlphaBay und Hansa Market zwei der größten Marktplätze für illegale Güter im sogenannten Darknet vom Netz genommen. Das erklärten US-Justizminister Jeff Sessions in Washington und die niederländische Polizei und bestätigten damit Meldungen kanadischer Zeitungen über die Schließung von AlphaBay. Während dieser Marktplatz bereits seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar ist, wurde Hansa Market demnach am heutigen Donnerstag vom Netz genommen.

Wie die europäische Polizeibehörde Europol mitteilte, waren auf diesen Darknet-Marktplätze mehr als 350.000 illegale Waren im Angebot, von Drogen und gefälschten Dokumenten über Waffen bis hin zu Malware. Mit der international abgestimmten Operation sei ein schwere Schlag gegen kriminelle Geschäftemacher gelungen. Allein AlphaBay als größter Marktplatz im Darknet habe 200.000 Nutzer mit 40.000 Verkäufern verbunden. Über 250.000 illegale Waren seien dort angeboten worden. Nach einer konservativen Schätzung hätten seit 2014 mehr als eine Milliarde US-Dollar über das Portal den Besitzer gewechselt – in Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Hansa Market sei als weltweit drittgrößter Marktplatz von vergleichbarem Umfang gewesen.

Hintermänner aus Deutschland

Hinter AlphaBay stand demnach ein Kanadier, der in Thailand ein “luxuriöses Leben” führte. Er sei am 5. Juli festgenommen worden und habe sich in der Haft am 12. Juli “offenbar das Leben genommen”, wie das US-Justizministerium schreibt. Seine Besitztümer und die seiner Ehefrau in Thailand, Zypern, Liechtenstein und Antigua & Barbuda sollen beschlagnahmt werden. Hinter Hansa Market wiederum standen den niederländischen Ermittlern zufolge zwei 30- und 31-jährige Deutsche aus Siegen. Ihre Server standen demnach in Litauen, die Infrastruktur sei aber umgehend auf solche in den Niederlanden kopiert worden. Wer danach darauf zugegriffen habe, wurde dabei von den Ermittlern beobachtet.

Nach der Beschlagnahmung seien vor allem Drogen über Hansa Market gehandelt worden, im Schnitt rund 1000 Transaktionen pro Tag. Diese Zahl sei nach dem Aus von AlphaBay auf über 8000 gestiegen. Waffen oder kinderpornografische Inhalte sei über das Portal nicht gehandelt worden. Im vergangenen Jahr hätten auf dem Marktplatz genau 1765 verschiedene Verkäufer ihre Waren angeboten. Dank der Übernahme der Serverinfrastruktur haben die Ermittler Zehntausende unverschlüsselte Nachrichten zwischen Käufern und Verkäufern sowie die meisten Lieferadressen abgefangen. Rund 10.000 Adressen seien an Europol übergeben worden, 500 habe man in den Niederlanden identifiziert.


(mho)