/Daimler beschließt “Zukunftsplan” für Diesel-Antriebe

Daimler beschließt “Zukunftsplan” für Diesel-Antriebe

(Bild: baden-wuerttemberg.de)

Zeitweilige Fahrverbote für ältere Diesel von 2018 an – das war der Plan für bessere Luft in Stuttgart. Weil das aber Autofahrer erzürnt und auch der Industrie nicht gefällt, sucht die Regierung Baden-Württembergs nun danach, um Verbote herumzukommen.

Nach Kritik von Autofahrern und Industrie verzichtet die grün-schwarze Landesregierung Baden-Württembergs auf die für 2018 angekündigten Fahrverbote zur Luftverbesserung in Stuttgart. Bedingung dafür ist allerdings, dass eine Nachrüstung älterer Diesel wirksam ist und die Luft in der baden-württembergischen Landeshauptstadt besser wird. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rechnet nach eigenem Bekunden fest damit, dass die Autokonzerne pünktlich bis 2018 schmutzige Diesel nachrüsten.

Diselfahrer sollen sicherer werden

Der Stuttgarter Hersteller Daimler hat einer Mitteilung zufolge einen “Zukunftsplan” für Diesel-Antriebe beschlossen. Dafür investiere das Unternehmen rund 220 Millionen Euro. Um die Belastung mit schädlichen Stickoxiden in europäischen Innenstädten zu verringern, würden unter anderem Erkenntnisse aus der Entwicklung der aktuellen Dieselmotorenfamilie genutzt. Für die Besitzer der Autos mit den Normen EU5 und EU6 soll die Umrüstung kostenlos sein.

“Die öffentliche Debatte über den Diesel sorgt für Verunsicherung – allen voran bei den Kundinnen und Kunden. Wir haben uns deshalb für weitere Maßnahmen entschieden, um den Dieselfahrern wieder Sicherheit zu geben und um das Vertrauen in die Antriebstechnik zu stärken”, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die Hersteller wollen die von der Politik angekündigten Fahrverbote verhindern.

Die Wahrscheinlichkeit, dass doch noch Fahrverbote kommen, sei “gering”, meinte Ministerpräsident Kretschmann. Ein Regierungssprecher betonte, dass die Verbote nicht aus der Welt seien. “Sollte es keine verbindliche Vereinbarung der Bundesebene mit den Automobilunternehmen geben, würden weiterhin temporäre Fahrverbote im Raum stehen”, sagte der Sprecher.