/Cross-Platform-Entwicklung: Qt 3D Studio 1.0 erschienen

Cross-Platform-Entwicklung: Qt 3D Studio 1.0 erschienen

Cross-Platform-Entwicklung Qt 3D Studio 1.0 erschienen

Das Tool baut auf DRIVE Design Studio auf, das Nvidia der Qt Company übergeben hat. Es ist zum Start für Windows und macOS verfügbar. Linux-Anwender müssen derzeit noch den Sourcecode kompilieren. Den zugehörigen Viewer gibt es auch für Android.

Etwa sechs Wochen nach der ersten Pre-Release-Version hat die Qt Company nun die GA-Variante von Qt 3D Studio 1.0 veröffentlicht. Das Werkzeug geht auf das Project DRIVE Design Studio zurück, das Nvidia im Februar an Qt übergeben hatte. Damit das Werkzeug zum Erstellen von 3D-Nutzerinterfaces als pltafformübergreifend arbeitet, haben die Qt-Entwickler die Nvidia-Software grundlegend überarbeitet und zahlreiche Abhängigkeiten zu Windows herausgenommen sowie Bibliotheken von Drittanbietern durch Qt-Funktionen ersetzt.

Der Editor, der für Windows, macOS und Linux verfügbar ist, kann Assets von Werkzeuge wie Autodesk Maya, Modo und Photoshop importieren und hat darüber hinaus eine Bibliothek mit Materialien und Effekten an Bord. Außerdem lassen sich Qt Quick Views als Texturen für 3D-Elemente nutzen. Auch der umgekehrte Weg ist vorgesehen, sodass Designer ihre mit Qt 3D Studio erstellten Szenen in Qt Quick einsetzen können.

Der Qt 3D Studio Viewer dient zum Testen der Anwendungen. Entwickler können eine Remote-Verbindung aus dem Editor zu einem Viewer auf einem anderen Gerät herstellen und so Änderungen direkt nachvollziehen. Das Tool kann Bildsequenzen aus Qt-3D-Studio-Szenen im Vorfeld berechnen und zur Darstellung auf Geräten mit geringer Rechenleistung zu einer Animation oder einem Video verbinden.


Editor und Viewer lassen sich über Gerätegrenzen hinweg direkt verbinden.

Editor und Viewer lassen sich über Gerätegrenzen hinweg direkt verbinden.

(Bild: Qt
)

Für die nähere Zukunft plant Qt eine Data Node API, die besser zwischen Applikationslogik und Nutzerinterface trennt. Unter anderem bietet sie die Möglichkeit, dieselben Daten in unterschiedlichen UI-Komponenten zu verwenden. Darüber hinaus soll die Laufzeitumgebung mittelfristig auf Basis von Qt 3D arbeiten. Derzeit basiert sie auf der ursprünglich von Nvidia eingebrachten Runtime. Laut Plan soll die neue Laufzeitumgebung als Bestandteil von Qt 3D Studio 2.0 im Mai kommenden Jahres erscheinen.

Derzeit sind Editor und Viewer von Qt 3D Studio für Windows und macOS verfügbar. Unter Linux laufen die Anwendungen ebenfalls, sind aber zunächst nicht als Binaries verfügbar, sodass Entwickler sie selbst aus dem Sourcecode erstellen müssen. Qt hat eine Anleitung dazu veröffentlicht. Die Viewer-App ist auch für Android über Google Play verfügbar. Außerdem sind embedded Linux sowie die Echtzeitbetriebssysteme INTEGRITY und QNX als Zielplattformen vorgesehen. Eine iOS-Version ist ebenfalls in Planung.

Für Beispielprojekte hat Qt ein eigenes Repository angelegt, und die Dokumentation ist ebenfalls online verfügbar. Qt 3D Studio Editor und Viewer sind unter GPLv3-Lizenz als Open-Source-Software ebenso verfügbar wie unter kommerzieller Lizenz. Wer bereits eine Lizenz für Qt besitzt, darf Qt 3D Studio ohne zusätzliche Kosten kommerziell verwenden. Für embedded Devices ist eine separate Vereinbarung für die Laufzeitumgebung erforderlich, die das Zusammenspiel von Hard- und Softwaredistribution berücksichtigt.


(rme)