/Coco Schumann, Holocaustüberlebender und Jazzgitarrist, stirbt um 93

Coco Schumann, Holocaustüberlebender und Jazzgitarrist, stirbt um 93

Coco Schumann, ein jüdischer Swing-Musiker, der sich in den 1930er Jahren in der Berliner Underground-Jazz- und Swing-Szene einen Namen machte und später in den Konzentrationslagern, in denen er gehalten wurde, Wachen zu unterhalten hatte, starb am Sonntag im Alter von 93 Jahren an seinem Plattenlabel Trikont hat angekündigt.

Schumann, dessen richtiger Name Heinz Jakob Schumann war, wurde 1943 verhaftet, nachdem die Behörden erfuhren, dass seine Mutter jüdisch war. Er wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt in der deutsch besetzten Tschechoslowakei deportiert, wo er in der Band Ghetto Swingers spielte.

Er wurde 1944 nach Auschwitz versetzt, wo er Musik spielen ließ, um Wachen zu unterhalten und Neuankömmlinge im Konzentrationslager willkommen zu heißen.

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Deutschland Der Ghetto Swinger im Renaissance Theater Berlin (picture alliance/POP-EYE/Heinrich)

Schumanns Lebensgeschichte wurde 2012 zum Musical. Hier spielt Konstantin Moreth (rechts)

E-Gitarren-Pionier

Geboren 1924, begann Schumann früh mit Gitarre und Schlagzeug. Als Minderjähriger spielte er bereits mit Swing-Bands in Berliner Bars und Tanzclubs. Er hat es einmal gutgeschrieben Jazz groß Ella Fitzgerald für seine Entscheidung, Musiker zu werden.

Nach dem Krieg verließ Schumann Europa nach Australien, bevor er Mitte der 1950er Jahre nach Berlin zurückkehrte, um seine Musikkarriere wieder aufzunehmen. Er war einer der ersten deutschen Musiker, der E-Gitarre spielte, und trat mit dem Jazzgeiger Helmut Zacharias und dem Sänger Bully Buhlan auf.

2012 wurde Schumanns Autobiografie “The Ghetto Swinger” in ein Musical in Hamburg umgesetzt.

cmk / zB (AP, dpa)