/Citroën C3 Aircross (2017): Test Citroën bockt den C3 hoch

Citroën C3 Aircross (2017): Test Citroën bockt den C3 hoch

— 29.09.2017

Citroën bockt den C3 hoch

Citroën bringt ein SUV auf C3-Basis. Der C3 Aircross ist eng mit dem Opel Crossland X verwandt. AUTO BILD hat die Preise und den Fahrbericht!

Vorstellung: Der buntere Bruder des Opel Crossland X (Update!)
Interieur: Beim Platzangebot hat Citroën zu viel versprochen (Update!)
Fahren: Automatik nur mit dem 110 PS-Benziner (Update!)
Ausstattung: Zwölf Assistenten und gekühltes Handschuhfach
Motoren: Diesel und Benziner mit bis zu 130 PS
Technische Daten und Preise: 110 PS-Benziner ab 18.790 Euro (Update!)

Vorstellung: Der buntere Bruder des Opel Crossland X

Das Kompakt-SUV basiert auf der Studie C-Aircross, die Citroën 2017 in Genf gezeigt hat.

Citroën bringt ein SUV auf Basis des C3. Das Design des 4,15 Meter langen, 1,76 Meter breiten und 1,64 Meter hohen C3 Aircross ist typisch französisch, basiert auf der Studie C-Aircross (gezeigt in Genf 2017) und soll gleichzeitig der buntere Bruder des Opel Crossland X sein. Und wo steckt sie, die angebliche Verwandtschaft der beiden Zwillinge? Ein halbes Jahr nach dem Debüt des Kompakt-SUVs Crossland X wartet nun die erste Chance, das Gegenstück aus der Ehe von PSA und Opel zu erleben: den Citroën C3 Aircross. Rein optisch ist der Franzose bestenfalls ein zweieiiger Zwilling. Sein Gesicht mit der hohen Haube trägt die Leuchten markentypisch in zwei Reihen übereinander, während die Flanken und der glatte Heckdeckel auf wilde Sicken verzichten und einfach glatt glänzen. Der Aircross versteht sich als Nachfolger des Vans C3 Picasso und will zugleich der erste Kompakt-SUV der Marke sein. Ein Spagat, der gelungen erscheint. Beplankungen rundum, die angedeuteten Unterfahrschutzelemente vorn und hinten sowie die Höherlegung um zwei Zentimeter (im Vergleich zum C3) kennzeichnen den C3 Aircross als SUV. Dachreling und Spiegelkappen heben sich farbig ab, im selben Ton sind die Zierleisten um den Nabendeckel und die Scheinwerfer gehalten. Besonders auffällig ist die durchsichtige C-Säule, die durch gleichfarbige Streifen hervorgehoben wird. Im November 2017 rollt das Kompakt-SUV ab 15.290 Euro zu den Händlern.

Interieur: Beim Platzangebot hat Citroën zu viel versprochen

Raumangebot, Variabilität und Helligkeit stehen beim C3-Aircross im Fokus. Laut Citroën habe das SUV sogar die beste Kopffreiheit in seiner Klasse und mit einem Radstand von 2,60 Meter ausreichend Beinfreiheit. Nach dem Einsteigen wird jedoch bald klar, dass die Citroën-Werbung vom “geräumigsten SUV dieser Klasse” auf 4,15 Meter Länge leicht übertreibt.

Citroën verspricht das beste Platzangebot in dieser Klasse, das ist leicht übertrieben. Die verschiebbare Rücksitzbank ist clever.

Zwar schenken drei Seitenfenster (das hintere modisch verklebt) erstaunlich gute Rundumsicht, und zumindest vorne atmet man gelassen durch, doch im Fond wird es enger. Lange Passagiere zwängen ihre Beine in den knappen Knieraum, das kann auch die um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank (Extra) nicht ändern. So wächst der Kofferraum von 420 auf 510 Liter, und die maximal 1289 Liter haben das Format der größeren Golf-Klasse, doch dieses Stück Van-artiger Variabilität kostet im Paket 490 Euro Aufpreis. Das Cockpit präsentiert sich als Mix aus deutscher Vernunft und französischer Verspieltheit. So stehen klare Rundanzeigen neben staubfreundlichen Sicken, große Ablagen neben Platzräubern wie dem dicken Handbremshebel. Warum die selten genutzte Bergabfahrhilfe einen dicken Schalter kriegt, aber die wichtige USB-Buchse sich tief unten im Griffkelller versteckt – weiß der Henker! Immerhin passt die Sitzposition auf ausreichend festen Polstern.

Fahren: Automatik nur mit dem 110 PS-Benziner

Beim Motorstart spürt man sofort die enge Verwandtschaft zum Crossland X, der identische Antriebe hat. Der Aircross kommt Mitte November mit drei Benzinern (82, 110 und 130 PS) sowie zwei Dieselmotoren (100, 120 PS, beide mit SCR-Kat). Publikumsliebling wird voraussichtlich der mittlere Benziner, der auch C3 und Picasso antreibt. Der 1,2-Liter-Turbo gefällt mit flottem Hochdrehen und dezentem Klang, das Dreizylinder-Schnattern dringt nur bei Vollgas durch. Mit seinen 11,3 Sekunden bis Tempo 100 und 183 Spitze taugt er als günstige Diesel-Alternative, im Alltag kommt er mit knapp sieben Liter aus. Nur für diesen Motor liefert Citroën eine Sechsgang-Wandlerautomatik, die jedoch im Aircross nicht die gleiche reife Unauffälligkeit bietet wie im Peugeot 308: Im Normalmodus fällt sie zu früh in die hohen Gänge und schaltet auf Kickdown hektisch ruckelnd zurück. Also besser fünf Gänge mit der Hand schalten und 1500 Euro sparen. Gelegenheiten zum Geldausgeben gibt es reichlich. Was unterscheidet C3 Aircross und Crossland X sonst noch? Der Citroën federt weicher und wogender, trampelt dafür stärker, wenn die Straßen schlechter werden. Und die Lenkung verlangt weniger Kraftaufwand als im Crossland, der sich etwas “deutscher” anfühlt. Beide laufen im spanischen Saragossa vom Band – mal sehen, wo die Verkaufszahlen die Zwillinge hinführen.

Ausstattung: Zwölf Assistenten und gekühltes Handschuhfach

Leichtes Gelände soll das Kompakt-SUV mit intelligenter Traktionskontrolle und Bergabfahrassistent schaffen.

Insgesamt zwölf Assistenten gibt es für den C3 Aircross. Die Auswahl reicht von Keyless-Go über einen Totwinkel-Assistent bis hin zu einem System, das Sekundenschlaf verhindern soll. Leichtes Gelände soll das Kompakt-SUV mit intelligenter Traktionskontrolle und Bergabfahrassistent schaffen. Zusätzlich gibt es die fünf Fahrmodi “Standard”, “Sand”, “Gelände”, “Schnee” und “ESP Off”. Serienmäßig steht das SUV auf 16-Zoll-Felgen, Alufelgen in der gleichen Größe oder in 17-Zoll kosten extra. Für mehr Komfort im Innenraum hat Citroën außerdem ein gekühltes Handschuhfach in petto. Citroën verspricht über 80 Gestaltungsmöglichkeiten außen und fünf Ausstattungsvarianten innen.

Motoren: Diesel und Benziner mit bis zu 130 PS

Für das Kompakt-SUV gibt es drei Benzin- und zwei Dieselmotoren. Bei den Benzinern setzt Citroën auf die PureTech-Motoren mit drei Zylindern. Die Basisversion mit 82 PS und den stärksten Verbrenner mit 130 PS gibt es ausschließlich mit Schaltgetriebe. Lediglich der 110-PS-Benziner kann mit einem Automatikgetriebe geordert werden. Auch die Blue-HDi-Motoren in den beiden Leistungsstufen 110 und 120 PS gibt es nur als Handschalter.

Technische Daten und Preise: 110-PS-Benziner ab 18.790 Euro

Citroën C3 Aircross PureTech 110 • Motor: Dreizylinder-Benziner • Hubraum: 1199 ccm • Leistung: 81 kW (110 PS) bei 5500 U/min • max. Drehmoment: 205 Nm bei 1500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 11,3 s • Vmax: 185 km/h • Gewicht: 1234 kg • Verbrauch: 4,9 l/100 km • Preis: ab 18.790 Euro.

Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Citroën nimmt den Look und das hohe Sitzen vom SUV und packt es in einen komfortablen, günstigen Hochsitz. Der Aircross bringt frische Farbe in die City-Klasse. Und die Citroën-Läden.

Autoren: Katharina Berndt, Joachim Staat