/Chinas SGCC kauft Anteile am deutschen Netzbetreiber 50Hertz

Chinas SGCC kauft Anteile am deutschen Netzbetreiber 50Hertz

Der deutsche Netzbetreiber 50Hertz sagte am Freitag, dass die staatliche Grid of China Corporation (SGCC) mit ihren Eigentümern Gespräche über einen 20-prozentigen Anteil an der deutschen Gesellschaft geführt hat. 50Hertz ist eines von vier Unternehmen, die tätig sind das deutsche Stromnetz und bedient rund 18 Millionen Kunden in Ostdeutschland und der Stadt Hamburg.

Das Berliner Unternehmen begrüßte das Angebot des chinesischen Netzbetreibers, der nach dem US-amerikanischen Einzelhändler Walmart das größte Stromunternehmen der Welt und das zweitwichtigste Unternehmen der Welt sei. 50Hertz-Chef Boris Schucht sagte, die chinesische Investition werde die Bemühungen des Unternehmens fördern, das deutsche Netz fit für den derzeitigen Ausbau erneuerbarer Energien zu machen.

“Wir wollen mit einer erweiterten Gruppe von Partnern in diesem Bereich Fortschritte machen”, sagte er der deutschen Wirtschaftszeitung Handelsblatt .

Chinesische Expansion

50Hertz ist verantwortlich für den Transport einer wachsenden Strommenge von deutschen Windparks in der Ostsee zum Landstromnetz. Im Jahr 2017 wurden 102 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 339 Megawatt (MW) in das Netz eingespeist. Weitere 33 Einheiten mit insgesamt 167 MW warten aufgrund eines massiven Investitionsstaus jedoch immer noch auf den Anschluss an das Festnetz.

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Die staatliche SGCC besitzt einen Großteil des chinesischen Stromnetzes und hat kürzlich Netzbetreiber auf der ganzen Welt gekauft, unter anderem in Australien, Brasilien, Griechenland und Italien.

Die Chinesen stehen in Gesprächen mit dem australischen Investmentfonds IFM, der 40 Prozent an 50Hertz in einem Joint Venture mit dem belgischen Netzbetreiber Elia hält, 60 Prozent. IFM will nun die Hälfte seines Einsatzes verkaufen, obwohl Elia eine Option hat, den chinesischen Kauf vorwegzunehmen. Der vorgeschlagene Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.

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50Hertz hofft, dass die Transaktion bis zum Sommer abgeschlossen werden kann, da Elia zustimmt und Einwände seitens der deutschen Aufsichtsbehörden nicht besteht. Letzteres könnte sich jedoch als vage Hoffnung erweisen Deutsch fordert, die entscheidende Infrastruktur des Landes vor ausländischen Übernahmen zu schützen.

Nach der Übernahme des deutschen Roboterkonzerns Kuka durch den chinesischen Mischkonzern Midea im vergangenen Jahr haben einige Politiker gefordert, dass die Regierung den Ausverkauf wichtiger deutscher Unternehmen an chinesische Interessen einstellen müsse.

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Nach Angaben der Unternehmensberatung EY haben chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen für Akquisitionen in Deutschland getätigt und 13,7 Milliarden Euro in Kauf oder Verkauf von 54 Unternehmen investiert.

uh / aos (Reuters, dpa)