/Cheating in Fortnite: Epic zerrt 14-jähriges Kind vor Gericht, Mutter läuft Sturm

Cheating in Fortnite: Epic zerrt 14-jähriges Kind vor Gericht, Mutter läuft Sturm

Cheating in Fortnite: Epic zieht 14-jähriges Kind vor Gericht, Mutter geht dazwischen

Fortnite Battle Royale

(Bild: Epic)

Epic verklagt einen 14-jährigen Spieler; es drohen Schadensersatzansprüche von bis zu 150.000 US-Dollar. Die Mutter kritisiert Epic in einem Brief ans Gericht scharf.

Der US-Spieleentwickler Epic zog im Oktober gegen zwei Spieler des Mehrspieler-Actionspiels Fortnite Battle Royale vor Gericht. Sie wurden beschuldigt, den Spielcode von Fortnite manipuliert und die Urheberrechte von Epic Games verletzt zu haben – und damit auch die Nutzungsbedingungen sowie die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung des Spiels. Nun wurde bekannt, dass einer der beiden Angeklagten erst 14 Jahre alt und damit minderjährig ist.

Epic beschuldigt die beiden Spieler, als Cheater anderen Fortnite-Spielern den Spaß verdorben zu haben, Chaos im Spiel zu stiften und die Integrität des Spiels zu zerstören. Sollten die beiden Cheater verurteilt werden, drohen ihnen jeweils Schadensersatzforderungen in Höhe von bis zu 150.000 US-Dollar.


Mark Rein, Mitbegründer von Epic und zusammen mit Tim Sweeney Kopf hinter der Unreal Engine, die etwa von Fortnite und Playerunknown's Battlegrounds verwendet wird.

Mark Rein, Mitbegründer von Epic und zusammen mit Tim Sweeney Kopf hinter der Unreal Engine, die etwa von Fortnite und Playerunknown’s Battlegrounds verwendet wird.

(Bild: heise online / Martin Fischer
)

Mittlerweile hat sich die Mutter des 14-jährigen gemeldet und bittet das Gericht in einem auf Scribd.com einsehbaren Schreiben, die Klage gegen ihren Sohn abzuweisen. Epic habe weder eine Abfrage für das Alter des Spielers noch für eine elterliche Zustimmung für Minderjährige beim kostenlos erhältlichen Spiel implementiert. Diese laut der Nutzungsbedingungen erforderliche elterliche Zustimmung habe es für ihren Sohn außerdem nicht gegeben. Epic nutze nach Ansicht der Mutter einen 14-jährigen als Sündenbock für die Unfähigkeit, selbst keine geeigneten Maßnahmen gegen Cheat Codes und Spielmodifikationen ergriffen zu haben. Epic verklage nicht die Websites, die Cheats anbieten, sondern eben einzelne Spieler.

Außerdem habe Epic den Namen des minderjährigen Spielers öffentlich gemacht, was nach den Gesetzen des Staates Delaware illegal sei. So handelten Epic sowie andere Websites und Medienportale, die persönliche Informationen des 14-jährigen veröffentlichen, rechtswidrig. Ihr Sohn habe außerdem keinerlei Einkünfte durch das Live-Streamen erzielt. Epic erklärte gegenüber Kotaku, dass der 14-jährige ein Video auf Youtube veröffentlicht habe, in dem Cheats und Sicherheitslücken gezeigt worden wären. Epic gehe gegen andauerndes Cheating und Urheberrechtsverletzungen vor, ganz gleich von welchen Spieler in gleich welchen Alters.

Neben diesem Fall steht Epic außerdem unter weiterem Druck: das Spielestudio Bluehole, das für das Spiel Playerunknown’s Battlegrounds verantwortlich zeichnet, beschuldigte Epic der bloßen Kopie des Battlegrounds-Spielprinzips. Epic bezog sich sogar bei der Werbung direkt auf Playerunknown’s Battlegrounds, was ebenfalls nicht mit Bluehole abgesprochen gewesen wäre. Bluehole wollte sich daraufhin weitere Schritte überlegen.


(mfi)