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CES: Modulare Smartwatch Blocks ist endlich fertig

Modulare Smartwatch Blocks ist endlich fertig

(Bild: Blocks)

Lange hat es gedauert, nun gibt es die finale Version der Smartwatch Blocks auf der CES zu sehen. Die Uhr lässt sich um Armband-Module erweitern, in der Herzfrequenzmesser, GPS oder auch ein Akku stecken können.

Über zwei Jahre nach Abschluss der Kickstarter-Kampagne ist die modulare Smartwatch Blocks reif für den Verkauf. Auf der CES gab es das finale Produkt zu sehen, gleichzeitig startet die Auslieferung an die Vorbesteller von damals. Spätestens ab Sommer soll die Uhr für mindestens 260 US-Dollar tatsächlich frei verkauft werden. Die Module sind es für je 35 Dollar bestellbar.

Erstmals vorgestellt wurde Blocks auf der CES vor drei Jahren. Zu einer Zeit also, in der modulare Smartphones und Smartwatches auf dem Hype-Höhepunkt waren. Die Auslieferung der Blocks sollte ursprünglich im Mai 2016 beginnen. Den Termin hat die gleichnamige Firma gleich mehrfach gerissen, trotz weiterer Vorbesteller-Aktionen.

Der Clou an der Uhr sind die Armband-Module, die das Grundmodul mit Display, WLAN und Bluetooth um zusätzliche Funktionen wie GPS, Herzfrequenzmesser, programmierbare Knöpfe und LED-Taschenlampe erweitern. Mit dem Akku-Modul kann die Laufzeit verlängert werden. Der Vorteil: Neue Funktionen brauchen kein komplett neues Gerät, nur noch ein zusätzliches Modul. Geplant sind bisher Fingerabdruckscanner, EKG, NFC und ein Wettermodul. In einer späteren Phase sollen Kamera, Speichererweiterung und sogar ein SIM-Modul folgen, was die Uhr autark machen könnte.

Mehrere Elemente lassen sich aneinanderreihen, theoretisch könnte das gesamte Armband aus Modulen bestehen oder bestimmte Blocks nur bei Bedarf ergänzt werden. Wer weniger braucht, hängt Kunststoff-Armbänder in verschiedenen Längen an. Oder nutzt über einen Adapter Standard-Armbänder mit 22 Millimeter Breite.

Die Blöcken können im laufen Betrieb entfernt und angesteckt werden, das System erkennt sie sofort, meldet die Einsatzbereitschaft und checkt, ob eventuell Updates für die zugehörige Software geladen werden müssen. Die Verbindung zwischen den Modulen läuft über acht Pins, die einen I2C-Bus, USB und Strom übertragen. Mechanisch sollen kleine Metallnasen eine unabsichtliche Trennung verhindern. Trotz eines gewissen Spiels blieb die Verbindung bei den Ausstellungsstücken stabil. Beim Ausprobieren wirkte das System ebenso wie die Software ausgereift.

Als Betriebssystem kommt ein stark angepasstes Android 8 zum Einsatz, nicht das für Smartwatches entwickelte Android Wear. Das hat den Entwicklern zufolge zu viele Einschränkungen, mit denen Blocks nicht möglich wäre. Das führt dazu, dass Apps speziell für das Gerät angepasst werden müssen und die Anbindung ans Smartphone weniger eng ist als bei anderen Android-Uhren.

Die Blocks Companion App für iOS und Android sorgt für die Übertragung von Benachrichtigungen. Noch ist sie allerdings nicht verfügbar. Blocks sieht seine Uhr laut eigener Aussage auch weniger als Erweiterung des Smartphones und mehr als eigenständiges Wearable.

Im Inneren werkelt ein MediaTek-Chip mit vier Kernen, der ursprünglich geplante Qualcomm-Prozessor ist nicht drin. Das runde AMOLED-Display misst 1,39 Zoll und hat 400 Pixel in Durchmesser. Der Touchscreen kann Gesten mit zwei Fingern erfassen, an der Seite gibt es einen Power-Knopf. Mikrofon und Lautsprecher sind bereits im Kernmodul integriert, ebenso wie n-WLAN und Bluetooth LE.

Mit dem 350-mAh-Akku soll die Uhr 60 Stunden im Standby durchhalten. Bei der dauerhaften Verwendung von GPS sollen es rund 15 Stunden sein. Maximal ein Zusatzakku lässt sich ergänzen, der ein Drittel mehr Laufzeit bringen soll. Geladen wird über eine proprietäre Ladestation. Das Gehäuse der Uhr besteht aus Edelstahl und ist in schwarz oder silber erhältlich, die Module sind aus Kunststoff und meistens schwarz. Nur das Akkumodul ist rot, es war auf der Messe allerdings nicht zu sehen. So ganz fertig ist das System dann doch nicht.


(asp)