/Bratroboter Flippy brät die Burger

Bratroboter Flippy brät die Burger

USA: Roboter Flippy brät die Burger

Burgerbrater Flippy, antreten! Mit dem Bratenwender kann der Roboter das Grillgut drehen und außerdem die fertigen Frikadellen im Brötchen platzieren.

(Bild: Miso Robotics)

In einem US-Fastfood-Restaurant absolvierte ein Roboter mit einem Bratenwender am Herd sein Debüt. Er soll schneller als menschliche Köche sein, perfekt ist er dennoch nicht.

Der Bratroboter namens “Flippy” hat seinen ersten Praxistest bestanden: In einem Restaurant der Fastfood-Kette CaliBurger in Pasadena steht die Maschine seit einigen Wochen am Grill und wendet mit stoischer Ruhe eine Hackfleischscheibe nach der anderen. Wenn es nach dem US-Start-up Miso Robotics aus Pasadena geht, müssen sich Menschen bald nicht mehr in den Fastfood-Küchen durch spritzendes heißes Fett ärgern lassen. Roboter könnten dafür sorgen, dass die Hackfleischscheiben perfekt gebraten auf die Brötchen kommen. Das berichtet Technology Review in seiner neuen Ausgabe (jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich).

TR 12/2017
Technology Review 12/2017

TR 12/2017

Der Text stammt aus der Dezember-Ausgabe von Technology Review (ab 9.11. im Handel und im heise shop erhältlich). Weitere Artikel des Hefts:

Die Ingenieure von Miso Robotics haben Flippy am Ende seines sechsachsigen Arms einen simplen Bratenwender verpasst. Damit kann er das fertig gebratene Fleisch nicht nur mit Schwung umdrehen, sondern auch auf das Burger-Brötchen legen. Seine Sensorik verrät ihm, wann das Fleisch durch ist: Eine Kamera mit Bilderkennung sieht, wo auf dem Grill Hack- oder Hähnchenfleisch und Brötchen liegen, Wärmesensoren messen ihre Temperatur, weitere Hinweise liefert die Zeit auf dem Grill.

Der Roboterarm ist bewährte Industrieware, die Software entwickelte Miso Robotics selbst. Dank künstlicher Intelligenz soll Flippy immer schlauer werden. Er erkennt nicht nur unterschiedliche Lebensmittel, er lernt während der Arbeit auch aus seinen Fehlern. “Dadurch kann er künftig noch weitere Aufgaben übernehmen – darunter Schinken und Zwiebeln grillen bis hin zum kompletten Menü”, sagt David Zito, CEO von Miso Robotics. “Am Ende wird er die gesamte Speisekarte von CaliBurger beherrschen.” Ganz perfekt wird Flippy aber trotzdem nie sein – und hier kommen dann wieder Menschen ins Spiel: Bei Problemen soll kurzfristig ein Koch aus Fleisch und Blut einspringen und das Burger-Braten übernehmen.

Quelle: Miso Robotics

In puncto Produktivität soll Flippy seinen menschlichen Kollegen dennoch weit überlegen sein: Doppelt so viele Burger pro Stunde wie bei einem Menschen versprechen sich die CaliBurger-Manager von der Maschine. Kein Wunder, dass sie 5 Millionen Dollar in den Flippy-Hersteller investiert haben.

2018 soll der 60.000 Dollar teure Roboter in 50 CaliBurger-Restaurants am Grill stehen. Und das soll erst der Anfang sein. “Die Küche kann vollständig automatisiert werden”, sagt CaliBurger-Chef John Miller, dem ein Fastfood-Restaurant vorschwebt, in dem menschliche Mitarbeiter nur noch eine Nebenrolle spielen. In Zukunft sollen die Gäste ihre Bestellungen bereits an einem elektronischen Terminal aufgeben, das ihnen aufgrund ihrer zuletzt getätigten Order Menüvorschläge macht. Nachdem die Küchenroboter alles zubereitet haben, sind Drohnen am Zug: Sie bringen das Essen an den Tisch. Danach könnten erstmals Menschen zum Einsatz kommen – um die Gäste zu fragen, ob alles schmeckt. “Wir sehen uns selbst als Technikunternehmen, das Cheeseburger verkauft”, sagt Miller.

Neben CaliBurger könnten auch andere Fastfood-Unternehmen Roboter wie Flippy einsetzen – und dadurch Personal am Grill überflüssig machen. Die Entwickler verweisen zwar auf neue Jobs für Ingenieure, Programmierer oder Techniker, die rund um die Roboter entstehen werden. Für die rund 2,2 Millionen Köche allein in den USA dürfte das aber nur ein schwacher Trost sein.

Diesen und weitere Artikel lesen Sie in der neuen Dezember-Ausgabe von Technology Review (jetzt im Handel erhältlich und im heise shop bestellbar).


(Christian Buck ) /


(jle)