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Borgward Isabella: Test Isabella will gestreichelt werden

— 13.09.2017

Isabella will gestreichelt werden

Borgward bringt die Isabella zurück – vielleicht. Auf der IAA steht zumindest schon mal eine Studie. AUTO BILD macht die Sitzprobe.

Sie reagiert auf ein Streicheln. Man muss schon sehr genau hinschauen im Trubel der IAA, aber tatsächlich: Isabellas Portaltüren öffnen sich, sobald ihr Fahrer mit der Fingerkuppe über die geschwungene Aluleiste um ihre Gürtellinie fährt. “Bei einem Serienauto bräuchten wir natürlich andere Türen und eine B-Säule”, sagt Borgward-Designvorstand Warming. Und fügt dann hinzu: “Sonst müsste man gar nicht viel ändern. Das Auto ist relativ nah an der Serie. Es ließe sich so ähnlich bauen.”

Die Bedienung soll ohne Knöpfe und Tasten gelingen

Alternatives Konzept: Die Isabella wird ausschließlich per Touchscreen bedient.

Auch innen, wo Isabella eher auf Barbarella macht. Science Fiction mit vier Lounge-Sesseln, die frei im Raum stehen, dem “fraktalen Touchscreen”, wie Anders Warming die doppelt zugespitzte Mittelkonsole nennt, der Hologramm-Grafik in der Mitte des Cockpits – und ohne einen einzigen Knopf oder Regler nach alter Designschule. Der Fraktal-Screen soll sich individuell konfigurieren lassen und per Handauflegen funktionieren. “Intuitiver als die Touchscreeens, die wir kennen”, sagt Anders Warming, “und wo wir immer suchen und zielen müssen.” Auf Gesten reagiert Isabella noch nicht. Und ihr Fahrer ist der Chef. Autonom kommt später, vielleicht.

Im farbenfrohen Innenraum steckt futuristisches Design

Der helle Innenraum beweist reichlich Mut zur Farbe. Eine Serienversion wird wohl dezenter daherkommen.

Wie’s im wirklichen Leben funktioniert, muss Isabella später beweisen, vorerst läuft in ihrem Cockpit noch eine Animation. Was die Sitzprobe jetzt schon zeigt, ist ein helles, intim geschnittenes Coupé mit Mut zur Farbe (Blau! Lila!) und zum aparten Detail. A- und C-Säule etwa kleidet eine Blende, deren Rautenmuster mit dem Design des Borgward-Logos spielt. Designchef Warming wollte hier kein nacktes Metall sehen. Ebenso wenig wie das undelikate Innenleben von Lüftungsöffnungen. Er verlegte sie mit seinem Team als schmale Schlitze in das metallisch glänzende Oberteil der Instrumententafel (“Surfboard”). Und darunter sahen die Borgward-Designer große, tiefe Ablagen vor. “Wie beim frühen Mini“, sagt Anders Warming. Ach ja: Bis 2016 war er Mini-Designchef.

Ob und wann Borgward die neue Isabella baut, ist offen. Offiziell. Zumindest dementiert keiner, wenn von einer Serie die Rede ist. Im kommenden Jahr legen die Borgward-Leute den Grundstein des neuen Werks in Bremen, ab 2019 soll die Produktion anlaufen. Wenn Isabella wiederkommt, dann – anders als die SUVs der neuen alten Marke – nur mit E-Antrieb. “Die Front ist einfach zu niedrig für einen V6 oder V8“, sagt Anders Warming. “Es geht nur mit E-Motor.”