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BMW M5 F90 (2017): Test BMW M5-Premiere noch im August?

— 08.08.2017

BMW M5-Premiere noch im August?

608 PS, 750 Nm und ein Allradantrieb, der auf Knopfdruck zum Hinterradantrieb schrumpft. Erste Fahrt im Vorserien-M5, der noch im August präsentiert werden soll!

Laut Medienberichten wird der neue BMW M5 noch diesen August vorgestellt! Noch vor der Messe-Premiere auf der Frankfurter IAA (14. bis 24. September 2017)! AUTO BILD hat den Erlkönig schon vor der Premiere getestet und die schwarzweiße Duschvorhangfolierung am Computer entfernt. Die sechste Auflage des M5 wirkt breit, flach, bullig, aggressiv. Mit Anbauteilen, Rädern im DTM-Format und vier faustgroßen Endrohren. Achtung, wir starten! Der warm gefahrene 4,4-Liter-V8 blubbert sich von der Leerlaufdrehzahl frei für den ersten Gang, dreht zügig hoch, zelebriert bei 6500/min die volle Dröhnung, holt kurz Luft nur um gleich wieder mit bis zu 750 Nm anzuschieben, zweiter, dritter, vierter! Wenn der Grip passt, röhrt das Baumuster F90 in nur 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Und das trotz minimaler Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgänger mit Competition Paket. Hexerei? Nein, Allradantrieb!

Hinterradantrieb auf Knopfdruck

Im “2WD”-Modus sind gepflegte Drifts gar kein Problem im neuen BMW M5!

Bei einsetzendem Nieselregen dauert es drei volle Runden, bis die übereifrigen Regelsysteme eingefangen sind. Ohne DSC-Unterstützung erleben wir eine Mutprobe in drei Stufen: “4WD” zelebriert den Balanceakt zwischen Untersteuern, Übersteuern und Drift; in “4WD Sport” wird deutlich mehr geschoben als gezogen; “2WD” ist für Hooligans, die Insekten bevorzugt mit den Seitenscheiben killen. Diese fahrdynamische Vielseitigkeit verdanken wir der Tatsache, dass BMW dem Allradantrieb alle erdenklichen Freiheiten mit auf den Weg gegeben hat. Die Kraft wird zwischen vorne und hinten ebenso stufenlos verteilt wie das Moment an der Hinterachse. Dieses Torque Vectoring ist ein sämiger Bewegungsablauf, der den Lenker einbindet statt ihn zu verunsichern. Apropos Verunsicherung: Fünf Fahrprogramme sind mindestens eines zu viel, die redundante Bedienung über Lenkrad, iDrive und diverse Direktwahl-Tasten verwirrt, der überfrachtete Wählhebel animiert jetzt auch noch zum Festlegen der passenden Schaltgeschwindigkeit.

BMW M5 mit Carbondach

Im März 2018 startet der neue M5 – am Computer haben wir die verklebten Testautos schon enttarnt.

Trotz Allradantrieb ist der neue M5 rund 35 Kilo leichter als das Auslaufmodell. Dafür verantwortlich sind unter anderem Dach und Differenzialgehäuse aus Carbon, Fahrwerk aus Alu, Auspuff aus Dünnblech sowie die schlankeren Nebenaggregate. Die muss übrigens immer noch der Verbrenner antreiben – Hybrid ist offenbar ein Fremdwort im Einzugsbereich von Garching. Wenigstens soll der Verbrauch leicht gesunken sein, was man vom Preis wohl nicht behaupten kann, wir gehen von einem Startpreis von etwa 110.000 Euro aus. Wie gehabt muss die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 315 km/h im Rahmen des M Drivers Package extra bezahlt werden. Aufpreisfrei mit an Bord ist dagegen eine Überdosis Fahrspaß. Allerdings erst ab März 2018.

Autoren: Georg Kacher, Elias Holdenried