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Bitcoin-Fonds: Pyramidenspiel statt Hochfrequenzhandel

Bitcoin-Fonds: Pyramidenspiel statt Hochfrequenzhandel


Daniel AJ Sokolov

Bitcoin-Münzen – eine rein virtuelle Währung, die anonym geschöpft und nicht von einer staatlichen Stelle kontrolliert wird.

(Bild: dpa, Jens Kalaene)

Tolle Gewinne aus dem Hochfrequenzhandel mit Bitcoins und dann ein Hack, der alles zunichte macht. Diese Story glauben US-Behörden nicht. Sie bezichtigen den Fondsbetreiber der Veruntreuung und haben ihn verklagt.

Hochfrequenzhandel mit Bitcoins nach einem speziellen Algorithmus der US-Firma Gelfman Blueprint Inc. (GBI) sollte Anleger reich machen. Zwei Prozent Rendite pro Woche wurden in Aussicht gestellt und Anleger sahen in ihren Online-Konten auch satte Gewinne. Tatsächlich dürfte es aber nur verlustbringenden Handel mit geringer Frequenz gegeben haben. Die US-Finanzbehörde CFTC wittert ein Pyramidenspiel und hat Klage erhoben.



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Die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) bezichtigt GBI und deren Chef Nicholas G., sich an den Einzahlungen von über 80 Investoren bereichert zu haben. Der Fonds ist demnach zumindest von Anfang 2014 bis Anfang 2016 gelaufen. Etwa 80 Anleger sollen in Summe mehr als 600.000 US-Dollar eingezahlt haben. Statt Hochfrequenzhandel soll GBI im Jahr 2015 nur an insgesamt 17 Tagen überhaupt Bitcoins ge- oder verkauft haben – und das mit Verlust.

Unterdessen seien den Anlegern Gewinne vorgegaukelt worden. Habe ein Anleger eine Auszahlung begehrt, sei er aus den Einzahlungen anderer Kunden bedient worden. Das ist für die CFTC Ausweis eines Pyramidenspiels. Bereits im August 2015 sei die Kasse leer gewesen, heißt es in der Klageschrift.

Vertuschungsversuch mit angeblichem Hack

Im Oktober 2015 habe G. dann einen Hack erfunden, bei dem alle Bitcoins gestohlen worden sein sollten. Diese Geschichte habe der Vertuschung gedient. Später habe G. die Veruntreuung von 25.000 Dollar zugegeben, obwohl er praktisch die gesamten Einzahlungen veruntreut habe.

Die CFTC begehrt in ihrer zivilrechtlichen Klage vor allem die Feststellungen, dass die Beklagten Recht gebrochen haben, dass sie das zu unterlassen haben und alle Einzahlungen samt Zinsen rückerstatten müssen. Das Verfahren wird vor dem US-Bundesbezirksgericht für Süd-New-York unter dem Az. 1:17-cv-07181 geführt und heißt CFTC v. Gelfman Blueprint and Nicholas Gelfman. Am Freitag hat das Gericht die Beklagten zur Reaktion auf die Klage aufgefordert.

(ds)