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Bayern will Gesichtserkennung als Fahndungsmaßnahme ausweiten

Gesichtserkennung

(Bild: dpa, Uli Deck/Symbolbild)

Seit fast zehn Jahren nutzt das bayerische Landeskriminalamt biometrische Gesichtserkennung, um Tatverdächtige zu ermitteln. Das Innenministerium will die Fahndungsmethode ausbauen. Doch eine hundertprozentige Trefferquote liefert die Technik nicht.

Immer mehr Tatverdächtige werden in Bayern durch biometrische Gesichtserkennung ermittelt – und künftig könnten es noch mehr werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will am Freitag über die Fahndungsmethode informieren und Planungen für zusätzliche Videoauswertungen in Bayern vorstellen.

Durch biometrische Gesichtserkennungen konnten im Freistaat im vergangenen Jahr 82 Tatverdächtige von der Polizei ermittelt werden. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren laut Angaben des Innenministeriums kontinuierlich gestiegen. Offen blieb zunächst, ob den Verdächtigen im Nachhinein auch wirklich immer eine Straftat nachgewiesen werden konnte.

Das Bayerische Landeskriminalamt nutzt seit 2008 ein Gesichtserkennungssystem des Bundeskriminalamts zur Identifizierung von unbekannten Straftätern. Dabei werden Bild- und Videodaten von potenziellen Straftätern per Software mit der Datenbank Inpol abgeglichen, einem länderübergreifenden Informationssystem der Polizeien.

Die Bilder werden automatisch erfasst, analysiert und abgeglichen. “In einem ersten Schritt sucht die Software das Gesicht im Bild, das ist der einfache Teil”, erklärte Florian Gallwitz von der Technischen Universität Nürnberg den Vorgang.

“Dann kommt der schwierige Teil”, so der Medieninformatiker. “Nämlich ein Maß für die Ähnlichkeit von zwei Gesichtern zu finden. Man muss eine Software so programmieren, dass das gleiche Gesicht erkannt wird, egal, ob die Person beispielsweise eine Brille trägt, oder einen Bart, oder eine Mütze. Das macht man heutzutage mit künstlichen neuronalen Netzen mit vielen Millionen Parametern.”

“Die technischen Verfahren funktionieren schon verblüffend gut – besser, als der Mensch mehrere Fotos miteinander abgleichen könnte”, sagte Gallwitz. “Aber hundertprozentige Trefferquoten hat man nicht, man muss immer mit Fehlern rechnen.”
(dpa) /


(mho)