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Autos im Beladungstest VW Tiguan versagt bei Vollbremsung

— 04.08.2017

VW Tiguan versagt bei Vollbremsung

Auf Urlaubsreisen haben unsere Autos oft schwer zu schleppen haben. AUTO BILD brachte acht Autos ans Ladungslimit – zwei hielten nicht stand.

Heute passiert doch eh nichts mehr, ESP ist längst in sämtlichen Fahrzeugklassen Standard und macht selbst die günstigsten Kleinwagen sicher. Beim Ausweichen umkippende Autos gibt es auf dem Neuwagenmarkt nicht mehr. Diese Meinung vertreten nicht nur viele Autofahrer, sondern sogar einige Kollegen aus der Redaktion. Doch was ist, wenn das Auto voll beladen wird? Wie verändert sich dann das Fahrverhalten?

Zwei Testkandidaten leisten sich erhebliche Schwächen

Schwach: Die Bremse des VW Tiguan zeigt bei voller Beladung extremes Fading – das ist nicht akzeptabel.

Was passiert, wenn man bei 130 km/h blitzschnell ausweichen muss und vorher keine Zeit zum Bremsen bleibt? Oder wenn bergab im Serpentinen-Geschlängel bei 40 Grad die Bremse heftig gefordert wird? Gerade im Sommer kein unrealistisches Szenario. Denn jetzt sind wieder Tausende Urlauber mit der ganzen Familie und Gepäck im Auto unterwegs. Zu unserem Beladungstest treten acht Fahrzeuge aus verschiedenen Segmenten und Preisklassen an: Der Dacia Dokker (ab 8990 Euro) in der Klasse der kompakten Kastenwagen, der Seat Ibiza (ab 12.490 Euro) bei den Kleinwagen, der VW Golf Variant (ab 21.575 Euro) bei den beliebten Kompaktkombis, der Hyundai i40 Kombi (ab 25.340 Euro) bei den Mittelklasse-Kombis, der VW Tiguan (ab 26.575 Euro) repräsentiert die Mittelklasse-SUV, der Renault Grand Scénic (ab 21.120 Euro) die siebensitzigen Großraumvans und das Mercedes E-Klasse T-Modell All-Terrain (ab 58.102 Euro) tritt in der Klasse der Luxuskombis an.

So haben wir getestet: Für die Erfassung von Beschleunigung, Bremsweg und Slalomzeiten benutzt AUTO BILD modernste Elektronik. Als Gewichte zur Ladungssimulation kommen neben bleigefüllten Säcken auch Zeitungspakete zum Einsatz, die formschlüssig verstaut werden, deshalb nicht verrutschen und eine realistische Ver-schiebung des Schwerpunkts nach oben bewirken. An jedem Auto wurde der Reifendruck bei kalten Pneus auf die jeweilige Beladung eingestellt. Neben den objektiven Messungen fließen auch subjektive Eindrücke des Fahrverhaltens mit in die Wertung ein.

Alle Details zu unserem Beladungstest finden Sie in der Bildergalerie.

Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Zwei Autos patzen im Beladungstest: Der VW Tiguan vermasselt das Bremsen, weil die Anhaltewege beladen nach zehn Bremsungen um rund 30 Prozent länger werden – nicht akzeptabel. Ebenso wenig wie der wegen einer Getriebeüberhitzung kurzzeitig ausfallende Hyundai i40, der den Bremstest deswegen nicht abschließen konnte. Für VW und Hyundai kein Ruhmesblatt – die anderen Kandidaten beweisen ja, dass es geht.

Autoren: Lars Busemann, Dierk Möller, Henning Klipp