/Autohersteller, CDU und Mittelstand gegen Schulz’ Elektroauto-Quote

Autohersteller, CDU und Mittelstand gegen Schulz’ Elektroauto-Quote

Autohersteller, CDU und Mittelstand gegen Schulz’ Elektroauto-Quote


Andreas Wilkens

Martin Schulz

(Bild: dpa)

Der SPD-Kanzlerkandidate wagte sich mit der Forderung nach einer europäischen Elektroauto-Qute vor – und bekommt nun von einigen Seiten Gegenwind.

Der Auto-Branchenverband VDA hat sich skeptisch über eine mögliche europaweite Quote für Elektroautos geäußert. Für den Hochlauf der Elektromobilität gebe es “wirksamere und marktwirtschaftlich überzeugendere Anreize”, teilte der VDA am Freitag in Berlin auf dpa-Anfrage mit. Dazu zählten eine ausgebaute Ladeinfrastruktur und Privilegien für die Elektromobilität, etwa Parken in Innenstädten.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zuvor eine verbindliche Quote für E-Autos in Europa gefordert, Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries steht ihm bei. CDU-Vizefraktionschef Michael Fuchs hingegen lehnte den Vorstoß im Inforadio des rbb ab und sprach von einem “falschen Weg”: Sinnvoller sei es, Ziele für eine weitere Verringerung der CO2-Emissionen zu verabreden. Die Grünen-Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, sagte: “Ich glaube nicht an eine europäische Quote.” Schulz müsse jetzt erklären, wie sie funktionieren solle. Sie habe vielmehr den Eindruck, dass er mit seiner Forderung auf einen rollenden Zug aufspringe.

Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, nennt Schulzens Forderung “ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver”. Eine Quote wäre nicht nur unsinnig, sondern auch überflüssig. “Die EU hat bereits ein Flottenziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer für neu zugelassene PKW ab 2020 festgesetzt. Momentan liegt der Durchschnittswert deutscher Neuwagen bei 127 Gramm. Die Autohersteller werden die CO2-Emissionen allein schon deshalb senken, um Strafzahlungen zu vermeiden”, sagte Ohoven laut Mitteilung.


(anw)