/Autoaufbereitung: Tipps und Tricks Autoaufbereitung leicht gemacht

Autoaufbereitung: Tipps und Tricks Autoaufbereitung leicht gemacht

— 04.09.2017

Autoaufbereitung leicht gemacht

Das können Sie auch: AUTO BILD erklärt, wie ein Fahrzeug-Aufbereiter ein Auto in wenigen Schritten wieder in ein Glanzstück verwandelt.

Außenwäsche: Handarbeit ist unerlässlich
Innenraumpflege: Lederpflege – zwei- bis dreimal im Jahr
Lackpflege: Versiegelung – dauerhafter Schutz für den Lack

Ein Auto aufbereiten bringt viele Vorteile: Zum einen beugt eine gute Pflege bleibenden Schäden und teuren Werkstattkosten vor, zum anderen trägt die Aufbereitung zum Werterhalt und im besten Fall einer Wertsteigerung bei – ein Faktor, der vor allem beim Verkauf des Autos zum Tragen kommt. AUTO BILD hat Tobias Wasser und seinem Team der SONAX-Akademie bei der Arbeit über die Schulter geblickt. Die gute Nachricht: Ein Großteil der Arbeit ist auch für den geschickten Hobby-Putzer keine Hürde. Wir haben unseren Dauertester, eine Mercedes A-Klasse 180, nach 235.000 Kilometer zur Wellnesskur geschickt.

Außenwäsche

Das brauche ich: Alkalischen Reiniger; Autoshampoo, Eimer mit klarem Wasser, einen Schwamm, Microfasertuch, Reinigungsknetmasse, Spezialreiniger (Insekten, Teer und Flugrostentferner ect.), Felgenreiniger Kosten: ab 100 Euro Arbeitsaufwand: 90 Minuten

Erste Station: In der SB-Waschbox werden schon 70 Prozent der Verschmutzung vom Auto gelöst.

So geht es: Die erste Station ist die SB-Waschbox. Hier kümmert man sich erstmal ums Grobe. 70 Prozent der Verschmutzung werden schon hier vom Auto gelöst. Der Mix aus Schmutz und Feuchtigkeit ergibt eine hartnäckige Dreckschicht, die erst einmal runter muss. Mit einem alkalischen Reiniger wird das Auto von außen komplett eingesprüht. Anschließend wird das gesamte Auto mit einem Hochdruckreiniger abgesprüht, dabei auch den Unterboden nicht vergessen. Ein wahres Zaubermittel gegen Insektenreste, Baumharz, Teer und Flugrost ist eine spezielle Reinigungsknetmasse. Den entsprechenden Reiniger auf die entsprechende Stelle sprühen und die Knetmasse kreisend mit leichtem Druck über die Verschmutzungen führen. Wenn die Oberfläche dreckig ist, einfach eine neue, saubere Fläche formen – eine spielerische Reinigung.

Handarbeit ist unerlässlich

Lack-Peeling: Reinigungsknete löst selbst hartnäckigste Verschmutzungen kinderleicht.

Ist der grobe Schmutz entfernt, wird das Auto von Hand komplett eingeschäumt. Alternativ kann auch die Schaumbürste der SB-Box genutzt werden. Wichtig beim Umgang mit Schwamm und Bürste: immer auf Sauberkeit achten. Fällt ein Lappen in den Schmutz, gründlich auswaschen, sonst drohen Kratzer. Unzugängliche Stellen, wie etwa Türrahmen, Hecklappen oder die Unterseite von den Rückspiegeln von Hand reinigen. Hier versteckt sich meistens noch viel Dreck. Nach der Wäsche werden die Shampooreste mit viel klarem Wasser weggespült. Mit einem Rakel wird das gröbste Wasser vom Auto entfernt und große Flächen mit einem Microfasertuch gründlich trocken gewischt, um hässliche Wasserflecken zu vermeiden.

Innenraumpflege

Das brauche ich: Auto-Innenreiniger, Cockpit-Spray, Cockpit-Mikrofasertuch, FleckEntferner, Pinsel, Lederseife, Lederpflege, PflegePad Kosten: ab 60 Euro Arbeitsaufwand: 90 Minuten

Praktischer Helfer: Ein Pinsel eignet sich perfekt für die Detailreinigung im Cockpit.

So geht es: Zuerst kümmern wir uns um die Grundreinigung. Müll und unnützer Ballast fliegen raus, dann das Auto gründlich aussaugen. Die drei goldenen Regeln der Innenreinigung lauten: Von hinten nach vorne. Von oben nach unten. Von innen nach außen. Wir beginnen also im Kofferaum und arbeiten uns von dort nach vorne ins Cockpit vor. Mit der Allzweckwaffe Auto-Innenreiniger wird schon mal der grobe Schmutz entfernt. Im Innenraum kommt es auf Genauigkeit an. Auch die Stoffbereiche der Sitze können mit Innenreiniger und anschließendem Saugen gereinigt werden. Wichtig: Hier ist weniger mehr, durchnässen Sie die Sitze nicht völlig. Pflecken auf Polster immer in Wischrichtung von außen nach innen bearbeiten. Ein staubfreies Cockpit erhalten Sie, wenn Sie beim Saugen zusätzlich einen Pinsel einsetzen. Gerade bei der Kunststoffpflege ist Vorsicht geboten. Wer Reiniger aus dem Haushalt verwendet, ohne sie auf Materialverträglichkeit zu prüfen, riskiert irreparable Schäden an Kunststoffen.

Lederpflege – zwei bis dreimal im Jahr

Das Naturprodukt Leder ist robust und kann bei richtiger Pflege jahrelang schön aussehen.

Der letzte Schritt im Innenraum ist die Lederpflege. Bei stark verschmutztem Leder, z.B. die Sitzwangen des Fahrersitzes oder das Lenkrad empfiehlt sich ein Einseifen. Lederseife auf feuchten Schwamm oder Lederbürste aufbringen und das Leder damit säubern. Die rückfettende Wirkung der Seife beugt Wiederverschmutzung vor und vermindert so den Pflegeaufwand. Im Anschluss mit einem Microfasertuch gründlich nachreiben und die Sitze mit einem Pflegepad und Lederpflege dünn einreiben. Nach kurzem Trocknen wieder mit einem Microfasertuch nachreiben.

Lackpflege

Das brauche ich: Lackpolitur und Wachs, Politur-Ball, Trockenes Tuch Kosten: ab 75 Euro Arbeitsaufwand: 120 Minuten

Glanzstück: Die “Zwei in eins”-Mittel aus Politur und Wachs sind ideal für Hobbypolierer.

So geht es: Ist der Wagen oberflächlich sauber, bringen wir den Lack wieder zum funkeln. Regelmäßiges Polieren lässt stumpfen Lack wieder erstrahlen, zudem ist er besser vor Umwelteinflüssen geschützt und lässt sich in Zukunft leichter reinigen. Mit einem Kombiprodukt aus Politur und Wachs erzielen Hobby-Putzer gute Ergebnisse. Nach jeder Politur das überschüssige Material mit einem trockenen Tuch entfernen. Wichtig: Immer saubere Tücher benutzen, ansonsten gibt es Kratzer. Eine Glanzkur von Hand ist jedoch ein zeitfressender Kraftakt, viel schneller funktioniert es mit einer Poliermaschine. Allerdings sollte der Umgang mit der Maschine vorher geübt werden. Zuerst das Kombiprodukt aus Politur und Wachs auf die Poliermaschine geben, aber Achtung: Mit der Maschine nur abschnittsweise vorgehen und nicht mit zu viel Druck und zu lange auf einer Stelle polieren.

Versiegelung – dauerhafter Schutz für den Lack

Moderne Polymerversiegelungen sind eine effektive Alternative zum Glanzwachs. Ganz zm Schluss der Lackpflege bilden sie so ein Schutzschild auf dem Blech. Das verhindert die Anhaftung von Schmutz und Rostbildung. Die Schutzschicht hält mehrere Autowäschen und bewahrt mit nur einem Arbeitsgang den Glanz der Politur für Monate.

Autor:

Matthias Techau

Fazit

Was der Profi kann, ist auch für einen Hobby-Putzer kein Problem. Der Zeitaufwand ist mit insgesamt fünf Stunden noch überschaubar. Einmal in gute Pflegeprodukte investiert und Sie haben für lange Zeit Ruhe.