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Audi A3: Gebrauchtwagen-Test Der Star der Kompakten

— 01.09.2017

Der Star der Kompakten

Audis A3 gilt als der schönere Golf. Aber ist der kompakte Ingolstädter auch der bessere Gebrauchte?

Seit 12 Jahren verkauft uns Audi die Technik des VW Golf in einer besonders schicken Verpackung. Natürlich für mehr Geld. Was bei der Markteinführung 1996 nicht verhinderte, dass Neuwagenverträge sogar gegen Aufpreis gehandelt wurden. Im August 2012, mit Erscheinen der dritten Generation des A3, hatte sich dieser Hype längst gelegt. Doch gebraucht gehört der kompakte Audi nach wie vor zu den am meisten gesuchten Modellen. Die dreitürige Basis steht dabei ein wenig im Abseits, das Interesse konzentriert sich auf den fünftürigen Beinahe-Kombi mit dem Namen Sportback. Aber auch das Cabrio und ein Stufenheck-Ableger fahren herum.

Gebrauchtwagensuche: Audi A3

Die Diesel sind nicht vom Abgasskandal betroffen

Ruhepol: Beim A3 wirkt das sichere Fahrverhalten als vertrauensbildende Maßnahme.

Ähnlich breit gespreizt: das Motorensortiment. Von 105 bis 400 PS im RS3 reicht die Bandbreite. Und es scheint sich um standfeste Pferdestärken zu handeln, Dauerbaustellen wie die Steuerketten-Probleme des Vorgängers sind nicht in Sicht. Was auch daran liegen dürfte, dass Audi die meisten Benziner und alle Diesel auf Zahnriemenantrieb umgestellt hat. Mit nahezu ewiger Lebensdauer, derzeit liegt das Wechselintervall bei 210.000 km. Die Selbstzünder gehören übrigens sämtlich zur VW-Motorenfamilie EA288 und sind damit nach aktuellem Stand nicht in den Abgasskandal verwickelt. Wer aber trotzdem keine Lust auf Diesel hat und Wert auf niedrige Spritrechnungen legt, findet auch beim A3 Alternativen: e-tron und g-tron nennen sich die 2014 eingeführten Hybrid- und Erdgasantriebe. Die allerdings werden kaum gekauft, der Hybrid rangiert in der Käufergunst noch unterhalb des Erdgas-Modells.

Die 18-Zöller machen die straffe Federung noch härter

Auffällig: Viele A3-Kunden investieren lieber in Optik. Zumindest lässt das hier getestete Auto diesen Schluss zu. Der Vorbesitzer hat sportliche 18-Zoll-Räder im “Fünf-Arm-Dynamik-Design” mit dem zweitschwächsten Motor kombiniert. Zu besichtigen ist diese Mischung im Autohus in Bockel. Mehrpreis für die Walzen beim Kauf: 1970 Euro. Vernünftig ist eine solche Investition kaum, verstärkt sie doch eine Schwäche des A3: Die recht straffe Federung wird noch härter. Ruhiger, da mit mehr Gummi auf der Felge, rollt es sich auf den serienmäßigen 16-Zoll-Rädern. Der Audi war im Vergleich zum Golf immer das schickere Auto, ließ sich individuell veredeln. Wer mehr Wert auf Platz und langstreckentauglichen Komfort legt, greift dagegen lieber zum Original: dem Golf.

Technische Daten: Audi A3 1.4 TFSI
Motor Vierzylinder-Reihe/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1395 cm³
Leistung 90 kW (122 PS) bei 5000/min
Drehmoment 200 Nm bei 1400/min
Höchstgeschwindigkeit 203 km/h
0–100 km/h 9,5 s
Tank/Kraftstoff 50 l/Super
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4237/1966/1421 mm
Kofferraumvolumen 365 – 1100 l
Leergewicht/Zuladung 1284/526 kg

Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Audi A3 außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Wer dem A3 etwas vorwerfen will, muss schon unterm Mikroskop suchen. Die Motoren sind sparsam und standfest, über die Verarbeitung haben wir bereits reichlich Lob vergossen. Sicher, ein Golf ist geräumiger und komfortabler. Aber der Audi liegt beim Image ganz weit vorn.