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Apples Watch-Labor: Mehr Sportdaten hat niemand

Apples Watch-Labor: Mehr Sportdaten hat niemand


Ben Schwan

Die erste Apple Watch kam 2015 auf den Markt.

Apple hat laut eigenen Angaben in einem eigenen Labor mit über 10.000 Versuchspersonen gearbeitet, um das Fitnesstracking seiner Computeruhr zu verbessern – andere neue Produkte nicht ausgeschlossen.

Dass Apple in Cupertino ein geheimes Fitnesslabor betreibt, um seine Datenbasis für das Sporttracking bei der Apple Watch zu verbessern, ist bereits seit längerem bekannt. Nun hat der Konzern gegenüber Journalisten der Zeitschrift Men’s Health Details über die dort laufenden Versuche verraten. Demnach wurden bislang über 33.000 Sportsitzungen innerhalb von 66.000 Stunden überwacht – von 10.000 Versuchspersonen. Niemand habe in der Forschungsgeschichte bislang mehr Daten zur täglichen Aktivität und dem Sport erfasst als Apple, so Fitnesschef Jay Blahnik.

Rudern und Minischwimmbad

Beim Besuch von Men’s Health schwitzten so rund 40 Mitarbeiter des Konzerns auf verschiedenen Fitnessgeräten vom Laufband über das Rudersystem bis zum Minischwimmbad. 13 Physiologen und 29 Pfleger und Medizintechniker überwachten sie. Eingesetzt werden EKG-Geräte ebenso wie sogenannte Metabolic Carts, die den Kalorienverbrauch über den Sauerstoffkonsum messen. Pro Gerät hat Apple 40.000 US-Dollar investiert. Selbst ein Klimalabor beherbergt die Anlage, in der sich von Arktis bis Sahara alle Temperaturzustände abrufen lassen, um Sportler unter verschiedenen Bedingungen zu messen.

Wenige Sensoren in der Watch

Aktuell hat die Apple Watch nur relativ simple Sensoren. Sie misst mittels Beschleunigungssensor und Gyroskop die Bewegung, erfasst die Herzfrequenz und kann seit der Series 2 auch ohne iPhone GPS-Daten sammeln. Laut Blahnik arbeitet Apple dabei zum Teil sehr trickreich. Um Schwimmsitzungen im Meer erfassen zu können, wird der Satellitennavigationswert jeweils dann genommen, wenn die Arme sich aus dem Wasser heben – unter Wasser gäbe es kein Signal.

App für Achtsamkeit

Die mit watchOS 3 eingeführte Achtsamkeits-App wurde laut Apple aufgrund von Erkenntnissen am Benson-Henry Institute for Mind Body Medicine eingeführt, so Blahnik. Mit der Anwendung kann man zwischen einer und fünf Minuten lange Atemsitzungen durchführen, was positive Auswirkungen auf Stressniveau und Entzündungen im Körper haben soll. Apple scheint auch an neuen Sensoren wie etwa solche zum Erfassen des Blutzuckerspiegels zu werkeln. An diesen wird wohl auch im Geheimlabor gearbeitet.

(bsc)