/Apple-Chef: Abschiebung von Migrantenkindern “inakzeptabel”

Apple-Chef: Abschiebung von Migrantenkindern “inakzeptabel”

Apple-Chef: Abschiebung von Migrantenkindern “inakzeptabel”


Leo Becker


Apple-Chef Tim Cook

(Bild: dpa, Monica Davey)

Die geplante Abschaffung des DACA-Programms durch Donald Trump und die mögliche Ausweisung junger Migranten aus den USA sei das “größte Problem unserer Zeit”, betonte Tim Cook. Wäre er Präsident, würde er versuchen, globale Talente zu “monopolisieren”.

Apple-Chef Tim Cook hat erneut scharfe Kritik an der durch die Regierung Trump geplanten Einstellung des DACA-Programms geübt, das junge Migranten schützen soll. Dies ist das “derzeit größte Problem unserer Zeit – unter all diesen vielen großen Problemen”, betonte Cook auf einer Veranstaltung in New York, wie Recode berichtet. Die mögliche Deportation von Kindern illegaler Migranten verstoße gegen amerikanische Werte und werfe die Frage auf, ob noch “menschlich und moralisch” gehandelt wird.

“Dreamers” droht die Abschiebung

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte 2012 das Programm “Deferred Action for Childhood Arrivals” (DACA) geschaffen, um Kinder illegaler Migranten zu schützen. Rund 800.000 junge Menschen, “Dreamers” genannt, die schon als Kinder und Jugendliche in die USA gekommen waren, erhielten so eine Arbeitserlaubnis und wurden vor der Ausweisung geschützt. Bei Apple arbeiten rund 250 Dreamers.

Die USA sind die Heimat dieser Migranten, betonte Cook, “sie haben Jobs und zahlen Steuern”. Viele seien schon als Kleinkind gekommen und kennen überhaupt kein anderes Land. Er sei “persönlich schockiert”, dass darüber überhaupt eine Diskussion geführt werde. Neben Apple haben sich viele weitere Konzerne der IT-Branche gegen die DACA-Abschaffung ausgesprochen.

Cook: Smarte Migranten schaffen Arbeitsplätze

Wäre er Präsident, hätte er einen “sehr aggressiven Plan, nicht nur ein paar Leute hereinzulassen”, betonte Cook in Hinblick auf Migration. Er würde “rekrutieren” und versuchen, die globalen Talente zu “monopolisieren”. Er wolle jede schlaue Person in seinem Land, denn diese schaffen Arbeitsplätze, so der Apple-Chef weiter.

Cook werden seit längerem politische Ambitionen nachgesagt. Er habe schon einen Vollzeit-Job und liebe Apple sehr, erwiderte Cook jüngst auf die Spekulationen, er wolle als Präsidentschaftskandidat antreten.


(lbe)