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App-Zensur in China: Kritik an Apple wird lauter

Apple in China

Apple hat im Sommer viele Programme von VPN-Anbietern in China gelöscht.

(Bild: dpa, Diego Azubel/Archiv)

Apples gehorsame Entfernung von VPN- und VoIP-Apps in China bleibt auch nach Monaten Thema in der US-Politik: Um Zugang zum lukrativen chinesischen Markt zu behalten, werfe Apple alle Standards über Bord, so ein US-Senator.

Die Diskussion um Apples Verhältnis zu China reißt nicht ab: Der iPhone-Konzern wolle den Zugang zum chinesischen Markt “so verzweifelt behalten”, dass er Gesetzen folge, ”selbst wenn diese den eigenen Standards zuwiderlaufen”, betonte der republikanische US-Senator Marco Rubio in einer Anhörung zu dem “Langen Arm von China” vor der China-Kommission des US-Kongresses – unter Verweis auf den Rauswurf von VPN- sowie VoIP-Apps aus dem chinesischen App Store.

Das sei auch ein gutes Beispiel dafür, wie Konzerne mit “groteske Menschenrechtsverletzungen kooperieren”, weil in “China eine Menge Geld zu machen ist”, erklärte Rubio. Apple-Chef Tim Cook habe auf der Eröffnungsrede der von China veranstalteten World Internet Conference sogar die Keynote-Ansprache gehalten und “Chinas Vision eines offenen Internet zelebriert”, so der Senator.

Apple hatte im Sommer 674 VPN-Apps aus dem chinesischen App Store entfernt sowie später auch VoIP-Apps wie Skype rausgeworfen – stets unter Verweis auf lokale Gesetze und auf Anordnung der chinesischen Regierung. Es sei besser, weiter auf dem Markt präsent zu bleiben, indem man sich an die lokalen Gesetze hält, argumentiert Apple – auch wenn man damit nicht übereinstimme.

Er habe die “große Hoffnung” und sei sehr optimistisch, dass “manche der Dinge, die zurückgezogen wurden, wieder zurückkehren”, gab Cook Anfang Dezember zu Protokoll. Zuvor hatten bereits weitere Senatoren Apple Zensurbeihilfe vorgeworfen und erklärt, der Konzern habe eine “moralische Pflicht”, in China für freie Meinungsäußerung einzutreten.

China ist derzeit Apples drittgrößter Markt, im vergangenen Quartal allein machte das Unternehmen dort einen Umsatz von knapp 10 Milliarden Dollar. Langfristig könnte der chinesische Markt größer als der Heimatmarkt USA werden, glaubt Cook.


(lbe)