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App-Store-Entfernung aus iTunes kann Entwickler Umsätze kosten

App-Store-Entfernung aus iTunes kann Entwickler Umsätze kosten


Ben Schwan

Ein Bild aus alten Zeiten: App Store in iTunes und iTunes U.

(Bild: Apple)

Mit iTunes 12.7 ging Apple den radikalen Schritt, den iOS App Store komplett von Mac und PC zu entfernen. Künftig sind Apps nur noch auf Mobilgeräten kaufbar, was Auswirkungen auf Developer haben dürfte.

Das Ende des iOS App Store auf Mac und PC, das Apple in dieser Woche mit Einführung von iTunes 12.7 eingeleitet hat, könnte unerwünschte Nebeneffekte für Entwickler haben: Werbung und Links für iPhone- und iPad-Apps auf dem Desktop lassen sich nun nicht mehr in direkte Downloads und/oder Umsätze verwandeln.

Hin und Her zwischen Browser und iTunes

Während ein App-Store-Link auf einem iOS-Gerät direkt in die dortige App-Store-Anwendung führt, wird man künftig bei Verwendung eines Desktop-Browsers zwar weiterhin wie zuvor an iTunes weitergeleitet, dort erfolgt dann aber nur eine Weiterleitung zurück in den Browser. Dort ist dann eine Informationsseite zur App zu sehen, die keinerlei Kaufmöglichkeit enthält. Zuvor hätte man den Kauf in iTunes abschließen können. Einen Hinweis für den Nutzer, wie man denn nun bitte an die App gelangt, liefert Apple nicht – es existiert nicht einmal die Möglichkeit, sich eine E-Mail ans iOS-Gerät zu schicken.

User muss Links von Hand übermitteln

Nutzer können die URL nur händisch weitergeben – etwa über Apples Versendedienst AirDrop von Mac zu iOS-Gerät. Alternativ besteht nur die Möglichkeit, auf dem iOS-Gerät den App Store zu öffnen und die App zu suchen. Benutzerfreundlich und absatzfördernd ist das nicht. Hinzu kommt, dass Affiliate-Programme, bei denen Apple Websites einen Umsatzanteil bezahlt, wenn sie den Verkauf einer App anstoßen, auf dem Desktop künftig flachfallen.

Von Apple zu früh veröffentlicht?

Es bleibt weiterhin unklar, warum Apple iTunes 12.7 derart radikal verändert hat. In der Szene wird spekuliert, die Anwendung könne womöglich zu früh veröffentlicht worden sein – dient sie doch vor allem dazu, Macs und PCs zu iOS 11 kompatibel zu machen, das aber erst am 19. September erscheint. Zudem wird in den Releasenotes auf den neuen App Store auf iOS-Geräten hingewiesen, der aber erst mit besagtem iOS 11 online geht. Einige Beobachter hoffen, dass Apple den iOS App Store vielleicht bald in den Mac App Store integriert – dafür gibt es aber bislang keinerlei Anzeichen. Das würde die grundlegende Problematik sowieso nur auf dem Mac lösen, denn die Mac-App-Store-Anwendung gibt es (natürlich) nicht für Windows.


(bsc)