/Anti-Tracking-Funktion in Safari: US-Werbeverbände werfen Apple “Sabotage” vor

Anti-Tracking-Funktion in Safari: US-Werbeverbände werfen Apple “Sabotage” vor

Anti-Tracking-Funktion in Safari: US-Werbeverbände werfen Apple “Sabotage” vor


Leo Becker


(Bild: Apple)

Große Werbeverbände wollen den iPhone-Konzern davon abbringen, eine Anti-Tracking-Funktion zu integrieren. Diese sabotiere “das wirtschaftliche Modell des Internets” und schade dem Nutzererlebnis.

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Die US-Werbebranche zeigt sich “tief besorgt” über Apples künftig in Safari integrierte Anti-Tracking-Funktion. Die für iOS 11 und macOS 10.13 vorgesehene Änderung zerstöre die bislang geltenden “Standards” für den Umgang mit Cookies und setze stattdessen auf Apples eigene “undurchsichtigen und willkürlichen” Regeln, erklärt ein Zusammenschluss aus sechs großen Verbänden der US-Werbebranche in einem Schreiben.

Mit diesem Schritt treibe der Konzern einen “Keil zwischen Marken und ihre Kunden” und sabotiere “das wirtschaftliche Modell des Internets”. Dies schade dem Nutzererlebnis und mache Werbung “generischer und weniger nützlich”, argumentieren die Werber.

Neue Anti-Tracking-Funktion Teil von iOS 11

Safari 11 – fester Bestandteil von iOS 11 sowie macOS 10.13 High Sierra – soll erstmals automatisch verhindern, dass Werbeanbieter die Nutzeraktivitäten über verschiedene Webseiten hinweg verfolgen können und auf diesen Daten und Profilen basierend bestimmte Anzeigen einblenden.



Anti-Tracking Safari

Cookies und Website-Daten werden nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht – wenn der Nutzer nicht mit der Ursprungsseite interagiert.

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Bild: Apple/WebKit


Statt auf lange Blockierlisten zu setzen, soll der Browser die Domains eigenständig erkennen, die Nutzer über Seiten hinweg tracken wollen. Dafür sammelt der Browser Statistiken über den Abruf von Ressourcen und Nutzerinteraktionen wie Klicks, Antippen und Texteinträge, wie ein WebKit-Entwickler im Juni erklärte – dies soll lokal auf dem Gerät erfolgen.

Werbeverbände wünschen, dass Apple die Funktion überdenkt

Durch maschinelles Lernen sei der Browser dann in der Lage, die Werbe-Tracker zu identifizieren und deren Cookies sowie Website-Daten zu löschen, wenn der Nutzer die jeweilige Domain nicht innerhalb von 30 Tagen direkt aufgerufen hat.

Die Werbeverbände haben Apple dazu aufgerufen, “die Pläne zu überdenken”. Man werde sich jeglichen Schritten widersetzen, die “das digitale Werbe-Ökosystem verformen”. iOS 11 erscheint am 19. September, die Anti-Tracking-Funktion von Safari ist offenbar standardmäßig aktiv. Safari 11 soll auch die automatische Wiedergabe von Videos mit Ton unterbinden.


(lbe)