/AMD Radeon RX Vega: Preise weiterhin deutlich über AMD-Angaben

AMD Radeon RX Vega: Preise weiterhin deutlich über AMD-Angaben

AMD Radeon RX Vega: Preise weiterhin deutlich über AMD-Angaben


Martin Fischer

Radeon Vega 56 und Radeon Vega 64

(Bild: heise online)

Obwohl mittlerweile Grafikkarten der Serien Radeon RX Vega 56 und 64 erhältlich sind, bleiben die Preise deutlich über den von AMD kommunizierten. Das ärgert viele potenzielle Käufer.

Die Spieler-Grafikkarten der Generation Radeon RX Vega sind weiterhin nur zu überhöhten Preisen erhältlich.. Laut AMD sollte die luftgekühlte Standardvariante der Radeon RX Vega 64 rund 500 Euro kosten, die Radeon RX Vega 56 noch 400 Euro. Tatsächlich ist die günstigste 56er (Sapphire Radeon RX Vega 56) derzeit erst ab 509 Euro erhältlich, liegt also sogar noch über dem von AMD für die schnellere Radeon RX 64 veranschlagten Preis. Die zweitgünstigste Variante von Powercolor kostet bereits rund 100 Euro mehr, nämlich 614 Euro. Grafikkarten der Serie Radeon RX Vega 64 kosten laut heise Preisvergleich zwischen 639 und 699 Euro – also mindestens 28 Prozent mehr als der von AMD angegebene Preis für eine Standardvariante. Manche Händler verkaufen diese Radeons im Bundle (Radeon Pack) mit unter anderem zwei Spielen (Prey, Sniper Elite 4) und einem Gutschein beim Kauf eines Ryzen-Boards und Prozessors, allerdings gilt diese Aktion nur bis zum 30. September.



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Vega-Grafikchip

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Bild: heise online



Potenzielle Käufer verärgert

Kurz nach dem Verkaufsstart der Radeon RX Vega 56 waren einige wenige Exemplare zu den AMD-Preisen für sehr kurze Zeit erhältlich, danach wurden die Karten zu deutlich höheren Preisen gelistet und waren nicht mehr lieferbar. Das erzürnte in zahlreichen Foren jene Spieler, die sich auf die Angaben von AMD verlassen hatten. Mitte August hatte AMD gegenüber US-Medien noch erklärt, dass man die Nachfrage unterschätzt habe und mit Kartenherstellern daran arbeite, möglichst rasch Nachschub zu liefern. Mittlerweile gibt es die Karten in kleinen Stückzahlen zu kaufen, auf die Preise hatte dies jedoch keine Auswirkungen. Ende August kritisierte AMDs GPU-Chefentwickler Raja Koduri die Aufregung um die Vega-Verkaufspreise und erklärte, dass die Aufruhr AMD überhaupt nicht weiterhelfe und nur dem Wettbewerb nütze.

Hohe Rechenleistung, Spieleleistung unter Erwartungen

AMD brachte die Radeon RX Vega 64 am 14. August in den Handel, die Radeon RX Vega 56 feierte am 28. August ihren Marktstart. Es sind die ersten Spieler-Grafikkarten, die einen Vega-10-Grafikchip mit High Bandwidth Memory 2 einsetzen. Die GPU enthält 3586 beziehungsweise 4096 Kerne (Vega 56/64) und erreicht eine hohe theoretische Rechenleistung von 10,5 beziehungsweise 12,6 TFlops. Bei einigen GPGPU-Anwendungen machen die Grafikkarten eine vergleichsweise gute Figur, in Spielen bringen sie ihre Rechenleistung allerdings nicht in erwartetem Maße auf die Straße. Die Radeon RX Vega 56 liegt in vielen Spielen in etwa auf dem Niveau einer Nvidia GeForce GTX 1070, die Radeon RX Vega 64 meist knapp unter einer GeForce GTX 1080. Die genannten Nvidia-Karten sind bereits seit Mitte 2016 auf dem Markt und dennoch wesentlich effizienter als die Vega-Konkurrenzkarten.


(mfi)